Waghalsige Stunts

In Dottendorf fliegen die Dirtbiker

Dottendorfer Jam zieht Fahrradgrößen aus ganz Deutschland an: Der 20-jährige Erik Fadko aus Unna zählt zu den besten Dirtbikern der Welt

Dottendorfer Jam zieht Fahrradgrößen aus ganz Deutschland an: Der 20-jährige Erik Fadko aus Unna zählt zu den besten Dirtbikern der Welt

Dottendorf. Der Dottendorfer Dirtbikeplatz bietet sportliche Herausforderungen für alle Altersklassen. Zum vierten Jam am Wochenende war mit Erik Fedko auch einer der weltbesten Dirtbiker zu Gast.

Die Menge tobte, als Erik Fedko über den Dirtbikeplatz in Dottendorf fegt. Der drittbeste Dirtbiker der Welt fliegt über die Rampe, hebt beide Füße von den Pedalen und streckt sie nach hinten weg, während seine Arme das Bike nach vorne schieben. Superman heißt dieser spektakulär aussehende Trick.

Hunderte Zuschauer kamen am Wochenende zum vierten Jam des Radsportvereins Sturmvogel Bonn. Fahrer aller Altersklassen ab acht Jahren – Rookies, also Neulinge, Amateure und Profis – stellten ihr Können unter Beweis. Spektakuläre akrobatische Tricks sowie Schnelligkeit und Geschicklichkeit wurden auf den Lines, den nacheinander übersprungenen Rampen, und im sogenannten Pumptrack gezeigt. Die Wettbewerbe wurden nach Regeln der Deutschen Freestyle Mountainbike Tour (DFMT) bewertet. Platzierungen flossen in ein Punktesystem ein, aus dem die DFMT zum Jahresende den deutschen Meister im Dirtbiken ehrt.

Bjane Faßler gehört zu den Mitgründern des Dirtbikegeländes. 3000 Quadratmeter Fläche, die er mit vielen Montainbikebegeisterten pflegt. Den Rasen mähen, die Strecken in Schuss halten oder auch neue höhere und schwierigere Rampen bauen, gehört zu seinen Aufgaben. Fast jeden Tag trainiert der 19-jährige Bonner nach der Arbeit. „Ob mit oder ohne Bike, jeder kann einfach kommen“, sagt Faßler. Die Jungs helfen sich gegenseitig, zeigen sich Tricks, trainieren selbstständig. „Das Beste ist, dass es eben keinen gibt, der einem sagt, was man zu tun oder zu erreichen hat“, erzählt Faßler.

„Auf Anfrage können wir auch mit Leihbikes arbeiten“, erklärte Hans-Josef Berghoff, zweiter Vorsitzender der Dirtbikeabteilung des Vereins Sturmvogel. Feste Trainingszeiten gebe es nicht. „Es geht darum, dass die Jungs draußen sind und hier wirklich ihren Freiraum haben“, so Berghoff. Aber auch die unbeständige Witterung mache es, einen Tag in der Woche als festes Training festzulegen, fast unmöglich. Schwere Verletzungen habe es noch nicht gegeben. „Klar, die Jungs riskieren richtig was“, sagte der zweite Vorsitzende.

Der Verein übe keinen Druck auf die Sportler aus. Niemand will unbedingt Erster werden oder hat jeden Samstag ein Turnier, das gewonnen werden muss. Es gibt keine Trainer, keinen der Ziele vorgibt. „Man darf wirklich niemanden zwingen Tricks zu lernen, das ist im schlimmsten Fall richtig gefährlich“, sagt Berghoff. Der Platz biete auch als Trainingsstrecke für Downhill- oder BMX-Fahrer gute Möglichkeiten. „Über den Pumptrack fahren auch kleine Kinder mit Laufrädern“, so Berghoff. Wichtig sei aber, dass die Eltern hier die volle Verantwortung tragen. Alleine dürfen die Kinder erst ab zwölf Jahren den Platz nutzen. Helm, Rücken- und Mundschutz sollten beim Fahren getragen werden.

Der Verein hat etwa 50 Mitglieder. „Gerade haben wir einen kleinen Run, dass sich auch wieder ältere im Verein anmelden“, sagt Berghoff. Einige 40-Jährige trauten sich die kleinen Lines durchaus noch zu. Häufig gehe es aber darum, mit den Kindern den Platz zu nutzen und Neues auszuprobieren oder fit zu bleiben.

Erik Fedko und Bjane Faßler feiern mit Bikern aus ganz Deutschland die gelungene Jam. „Der Zusammenhalt in der Szene ist wirklich einmalig“, findet Faßler.