Betreuung für Kinder

In Bonn fehlen 174 U 3-Plätze

An Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren mangelt es laut Stadt vor allem im Bonner Süden und in Duisdorf.

BONN. Die Stadt Bonn arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, Betreuungsplätze für unter Dreijährige (U 3) zu schaffen. Darauf können Eltern seit Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung seit einem Jahr pochen.

Obwohl nicht alle Eltern an einer U 3-Betreuung interessiert sind, fehlen noch eine ganze Reihe Plätze. "Dem Familienbüro des Jugendamtes sind aktuell 174 Kinder unter drei Jahren bekannt, für die ein Platz in einem Kindergarten oder bei einer Tagesmutter gesucht wird", sagte Marc Hoffmann vom städtischem Presseamt.

Ausbaubedarf bestehe vor allem im Bonner Süden und in Duisdorf. Wie berichtet, wurden in der Mitte des zurückliegenden Kindergartenjahrs in Bonn jedoch weit mehr, nämlich 445 Betreuungsplätze gesucht. Die Lage hat sich also vergleichsweise entspannt.

Hoffmann rät betroffenen Eltern, sich im Familienbüro beraten und unterstützen zu lassen. "Die Entscheidung über die Vergabe der Plätze trifft aber der Träger der jeweiligen Kindertageseinrichtung. Eltern sollten deshalb auch Kontakt mit den Kindertageseinrichtungen aufnehmen." Die Vermittlung von Tagespflegepersonen habe die Stadt dem Netzwerk Kinderbetreuung in Familien übertragen. Eltern sollten sich wegen eines Betreuungsplatzes in der Tagespflege an dieses Netzwerk wenden.

Die Stadt arbeitet laut Hoffmann derzeit mit Ehrgeiz am Ausbau der Plätze: "Zum Ende des Kindergartenjahres 2014/15 werden für 41,3 Prozent der Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren Plätze in öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen und der Tagespflege zur Verfügung stehen." Von den dann vorhanden 3544 Plätzen würden 950 in der Tagespflege und 2594 in 207 öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen belegt werden können.

Voraussetzung dafür sei jedoch die Umsetzung der weiteren Ausbaupläne, unter anderem in der Splickgasse, In der Grächt, Im Grünen Winkel, am Domhof, Am Hölder und an der Elisabethkirche. Als Ziel strebe die Stadt die Quote von 50 Prozent an, wie es der Stadtrat im März 2010 beschlossen habe. "Dafür sind bis 2018 noch 449 U 3-Plätze in öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen und 265 Tagespflegeplätze zu schaffen", so Hoffmann. Er sieht die Stadt indes auf einem guten Weg.

Für Mädchen und Jungen im Alter von vier Monaten bis unter drei Jahren sei im Kindergartenbedarfsplan für die Jahre 2010 bis 2013 ein Ausbauziel von 35,2 Prozent festgeschrieben gewesen. 25 Prozent sollten davon in öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen und 10,2 Prozent in der Tagespflege zu finden sein. "Dieses Ziel wurde im U 3-Ausbau Ende 2013 erreicht." Zum 1. August vergangenen Jahres seien schon insgesamt 3348 Plätze vorhanden gewesen. Das habe einer Steigerung der Versorgungsquote von 14,2 auf 39,9 Prozent entsprochen.