Bonner Sporttag

In Bonn dreht sich alles um den Sport

Bonn. Bei strahlendem Sonnenschein verschiedene Sportmöglichkeiten unter freiem Himmel testen: Dieses Angebot nutzten am Samstag zahlreiche Besucher des Bonner Sporttages, zu dem der Stadtsportbund Bonn auf den Münsterplatz eingeladen hatte.

30 Vereine präsentierten sich hier. Am Stand der Telekom Baskets Bonn bildete sich schnell eine Schlange, denn beim Körbewerfen wollte jeder mal seine Treffsicherheit testen. Einige Meter weiter tanzten Gustl Hüninger und Jürgen Ludwig vom Verein GTS Schwarz-Gold Bonn Paso Doble und motivierten Passanten zum Mitmachen.

Neben Klassikern wie Tanzen, Tennis und Basketball warteten auch etwas unbekanntere Sportarten darauf, entdeckt zu werden. Gundolf Goetz vom Verein Jugger Bonn/Rhein-Sieg stellte die Ballsportart Jugger vor, bei der fünf Feldspieler gegen die gegnerische Mannschaft mit einem Schaumstoffzylinder als Spielgerät Punkte erzielen, in dem sie den Spielball (Jugg) in der Mitte des Spielfeldes erobern und in das Spielfeld der gegnerischen Mannschaft bringen. „Sonntags spielen wir ab 13 Uhr auf der Hofgartenwiese“, warb Goetz darum, in den noch jungen Sport mal reinzuschnuppern.

Einige Meter weiter war ein Tischkicker aufgebaut. Zur Überraschung vieler Besucher ist Tischkicker ein organisierter Sport. Der verein Kicker Crew spielt sogar in der Bundesliga, wie Mitglieder berichteten. Den kleinen Tim (2) interessierte das weniger. Der Knirps hielt gerade zum ersten Mal einen Hockeyschläger in der Hand. Jetzt ging es aber erst einmal mit Mutter Veronika Gänse weiter zur großen Bühne, wo Tochter Melissa (10) gleich ihren großen Auftritt mit der Kindertanzgruppe des Post-Sportvereins Bonn hatte.  

Nach der Eröffnung des Bühnenprogramms durch den Bonner Post-Sportverein wartete der Hochschulsport der Uni Bonn mit Zumba und Tai-Chi Lishi auf, bevor Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller den Tag des Sports gemeinsam mit Michael Scharf, 1. Vorsitzender des Bonner Stadtsportbundes, offiziell eröffnete. Anschließend erhielten zahlreiche weitere Vereine die Möglichkeit, sich mit sportlichen Vorführungen zu präsentieren. „Es ist immer schwierig, kleinen Vereinen eine Bühne zu bieten. Der Tag des Sports bietet da eine sehr gute Möglichkeit. Hier sieht man die Vielfalt, die der Bonner Sport zu bieten hat“, sagt Bernd Seibert, Geschäftsführer des Stadtsportbundes.

Sorgen bereitet derweil das Ergebnis der von der Stadt in Auftrag gegebenen Sportentwicklungsplanung: „Bonner Sportstätten liegen, was den Sanierungs- und Renovierungsbedarf betrifft, im bundesweiten Vergleich unter dem Durchschnitt“, berichtete Seibert. Der Rat hat bereits die Verwaltung beauftragt, ein Lösungskonzept zu erarbeiten. „Es wird Handlungsempfehlungen geben. Wir müssen sehen, dass diese umgesetzt werden“, sagt Seibert. Einen Streit gibt es mit der Stadt in der Frage einer möglichen Sportstättennutzungsgebühr (Bericht folgt).