Bonner Bauprojekt am Ende

"Im Wingert" in Poppelsdorf wird nicht bebaut

Das Baugebiet Im Wingert bleibt vorerst unbebaut. Das hat der Planungsausschuss beschlossen.

Das Baugebiet Im Wingert bleibt vorerst unbebaut. Das hat der Planungsausschuss beschlossen.

Bonn. Der Bonner Planungsausschuss beendet die Planungen in Poppelsdorf zur Bebauung von "Im Wingert". Die CDU hält eine Bebauung zu einem späteren Zeitpunkt aber nicht für ausgeschlossen.

Lange hatten sie ausharren müssen, dann aber verließen die rund zwei Dutzend Bürger die Sitzung des Planungsausschusses zu fortgeschrittener Stunde mit weitgehend zufriedenen Gesichtern. Denn mit dem Beschluss der Kommunalpolitiker konnten sie offenbar gut leben: Eine Bebauung des brachliegenden Geländes „Im Wingert“ am südlichen Rand Poppelsdorfs ist mit dem Votum vom Mittwochabend bis auf Weiteres vom Tisch. Dass zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal über einen Neubau auf dem Gelände diskutiert werden könnte, blieb zumindest als theoretische Möglichkeit im Raume stehen.

Wie mehrfach berichtet, wollte ein Investor auf dem Grundstück einer ehemaligen Gärtnerei gegenüber dem Poppelsdorfer Hochbunker einen Lebensmittelmarkt und 180 Wohnungen bauen. Das hatte in der Bürgerschaft Widerstand und in der Kommunalpolitik lebhafte Kontroversen hervorgerufen.

Zuletzt hatte sich die Bezirksvertretung Bonn mehrheitlich gegen die weitere Verfolgung der Pläne ausgesprochen; dann aber verwies die Stadtverwaltung darauf, dass damit zwar die aktuelle Variante für die Bebauung, nicht jedoch die Aufstellung des Bebauungsplans an sich zu den Akten gelegt worden sei. Genau das aber hatte die politische Mehrheit angestrebt – und sah sich jetzt entsprechend zu einem unmissverständlichen Votum veranlasst.

CDU hält sich Optionen offen

„Das Verfahren für den Bebauungsplan ,Im Wingert' wird eingestellt“, so lautet mithin der nüchterne Antrag der Ratskoalition aus CDU, FDP und Grünen, der im Planungsausschuss einstimmig angenommen wurde. Erneut legten in der Debatte jedoch die Christdemokraten Wert darauf, dass mit dem Beschluss die Tür für jedwede Formen von Neubauten nicht endgültig zugeschlagen sei. „Wir sollten uns Optionen für die Zukunft offenhalten. Bonn ist eine wachsende Stadt, die Reserven benötigt“, sagte Bert Moll.

Der CDU-Ratsherr bestätigte damit die bisherige Linie seiner Partei und nannte das Scheitern der vierjährigen Verhandlungen mit dem Investor „beschämend“. Es sei „sinnvoll, die Planungen zu beenden, damit man neu nachdenken kann“, sagte Gabriel Kunze (SDP). Und Hans Friedrich Rosendahl (Allianz für Bonn) konstatierte, das Projekt sei „nicht an der Kommunalpolitik gescheitert, sondern an der eigenen Maßlosigkeit“. Der weitestgehende Antrag fand indes keine Mehrheit im Ausschuss: Die Fläche „wird an keiner Stelle bebaut“, lautete der Formulierungsvorschlag des Bürger Bundes Bonn, den dann aber lediglich die Linkspartei mittrug.