Siedlung Didinkirica

Ideen für die Zukunft des Quartiers

Bei der Bürgerwerkstatt zur Siedlung Didinkirica bringen auch viele Kinder ihre Ideen ein und informieren sich wie die Erwachsenen bei den Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes. FOTO: NICOLAS OTTERSBACH

Bei der Bürgerwerkstatt zur Siedlung Didinkirica bringen auch viele Kinder ihre Ideen ein und informieren sich wie die Erwachsenen bei den Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes.

CASTELL. Die Geschwister Mette (8) und Lotte (5) wünschen sich, dass im Innern der neuen Siedlung "Didinkirica" genug Platz für Kinder bleibt. "Ist der Spielplatz dann immer noch da, wenn das alles neu gemacht wird?", fragen sie den Planer Herbert Elfers, der im Bürgerforum, das zur Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens gehört, Rede und Antwort steht.

"Ja, und er soll auch für alle geöffnet bleiben", antwortet er. Dann schiebt er seinerseits die Frage nach, ob der derzeitige Bodenbelag zum Skateboardfahren geeignet sei. "Er könnte vielleicht etwas glatter sein", sagt Mette, der sein Board zum Treff in der Beethovenhalle mitgebracht hat.

Mehr als 100 Bürger, die meisten von ihnen Bewohner der Siedlung, kamen zur "Bürgerwerkstatt", zu der die Stadtverwaltung eingeladen hatte. "Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass solche in kleinere Gruppen aufgeteilten Veranstaltungen besser sind als die großen Bürgerversammlungen", erläuterte Stadtplanungsamtschef Michael Isselmann.

Ziel sei, sich zu den sechs Themengebieten Historie, Klima, Wohnungsbedarf, Freiraum, Städtebau und Mobilität auszutauschen. Weil vor allem viele Kinder gekommen waren, wurde eine siebte Gruppe gegründet, die sich nur mit dem Nachwuchs beschäftigte. Arthur Errelis mache gleich mehrere Vorschläge für sein jetziges und zukünftiges Zuhause.

"Hier vorne ist so viel ungenutzter Platz, warum macht man da nicht was und räumt die Mülltonnen weg", sagte der Elfährige. Alle Stichpunkte schrieben die Stadtmitarbeiter auf Zettel und hefteten sie an eine Wand. Die Liste der Anregungen war lang: Solarzellen auf den Dächern, ein Gemeinschaftsraum, zugunsten eines eines Spielplatzes auf ein Haus verzichten, ein Garten für die Anwohner, weniger Steine, ein Hangelgerüst und ein Basketballkorb.

Vier ältere Damen machten sich Sorgen, dass die Mieten steigen könnten. "Wenn hier alles neu gemacht wird, wird es doch sicherlich teurer", meldete sich eine von ihnen in der Gruppe Wohnungsbedarf zu Wort. Zwar sollen 30 Prozent der Gebäude geförderter Wohnungsbau sein, doch dafür bekommen die Frauen zu viel Rente. "Die normalen Preise werden wir trotzdem nicht zahlen können, da bleibt uns nichts übrig außer wegzuziehen, obwohl wir das nicht wollen", waren sie sich einig.

Zum Thema Klima erläuterte ein Fachmann den Einfluss der enger stehenden Neubauten auf das lokale Windfeld. "Es ist keine großräumige Verschlechterung der Durchlüftung zu erwarten", lautete das Fazit. Lediglich an den Häusern selbst würden die Windgeschwindigkeiten abnehmen. Ein Bürger zweifelte daran. "Wenn es weniger grüne Freiflächen gibt, kann sich die Luft schlechter abkühlen", argumentierte er.

Das Thema Freiraum sorgte ohnehin für Diskussionen. Denn durch die höheren Häuser würde der Innenhof rund um das Denkmal weniger Sonne abbekommen. "In den Abendstunden treffen sich dort die Menschen aus der Umgebung, um die letzten Sonnenstrahlen vor allem im Winter zu genießen", erzählte eine Anwohnerin. Das soll so bleiben, fand sie.