Verkehr

IHK unterstützt Bau einer Seilbahn zum Venusberg

So könnte die Seilbahn in Hohe des Post Towers einmal aussehen.

So könnte die Seilbahn in Hohe des Post Towers einmal aussehen.

BONN. Die IHK ist für den Bau einer Seilbahn auf den Venusberg. Unter drei Vorraussetzungen. Dazu gehören unter anderem die Aufnahme in den öffentlichen Nahverkehr und ausreichend Park & Ride-Plätze.

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg unterstützt den Bau einer Seilbahn auf den Venusberg. Das hat die Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit beschlossen, teilt die Industrie - und Handelskammer mit. Allerdings hält sie einige Voraussetzungen für unabdingbar. Dazu zählt die Aufnahme in den öffentlichen Nahverkehr und damit in die bestehende Tarifstruktur des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg. Sie ist ohnehin Grundlage aller städtischen Planungen, weil nur auf diesem Weg eine Förderung mit bis zu 90 Prozent aus Landesmitteln möglich wäre.

„Ferner muss die Seilbahn so konzipiert sein, dass sie zur Lösung der verkehrlichen Herausforderungen des Universitätsklinikums und der großen Arbeitgeber im Umkreis des Johanniterviertels und der Friedrich-Ebert-Allee beiträgt“, erläutert IHK-Präsident Stefan Hagen. Deshalb spricht sich die Kammer für die „Nordtrasse“ aus. Sie könnte die Telekom am Landgrabenweg in Beuel über die Rheinaue, die neue DB-Haltestelle UN-Campus und den Hindenburgplatz mit der Uniklinik auf dem Venusberg verbinden. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die IHK sind ausreichend Park & Ride-Plätze, auch außerhalb der Stadt, „um zu einer nennenswerten Entlastung des Pkw-Verkehrs beizutragen“.

Planung noch nicht konkret

Bisher gibt es keine konkrete Planung. Für eine Seilbahn liegt nur eine Machbarkeitsstudie vor. Laut Gutachter Thomas Baum würde die Seilbahn den Autoverkehr auf den Straßen zum Klinikgelände entlasten und einer Wirtschaftlichkeitsberechnung des Landes zur Förderung Stand halten. Die Baukosten für die Nordtrasse schätzt er ohne Planungskosten auf 42 Millionen Euro. Den Verlust für den Betrieb auf 790 000 Euro im Jahr. Baum sieht keine Notwendigkeit, viele Autoparkplätze zu schaffen, sondern in erster Linie eine Attraktivitätssteigerung des ÖPNV.

Gegen den Bau macht die Bürgerinitiative „Bonn bleibt seilbahnfrei“ mobil, der unter anderem Anwohner in Dottendorf angehören. Sie halten eine Seilbahn für unwirtschaftlich und kaum verkehrsentlastend, umweltfreundlich sei sie auch nicht. Eine Reihe von Umwelt- und Verkehrsverbänden wie ADFC, der Verkehrsclub VCD und der BUND haben sich dagegen für eine Seilbahn ausgesprochen.