Informationsstelle Lateinamerika

Huthmann überreicht Oscar-Romero-Preis

Martin Huthmann übergibt den Preis an Gernot Wirth und Gert Eisenbürger (von links).

BONN. Den Oscar-Romero-Preis hat Gert Eisenbürger am Sonntag stellvertretend für die Redaktion des Magazins "Informationsstelle Lateinamerika" (ila), im Garten des Oscar-Romero-Hauses entgegen genommen. "Als ila gegründet wurde, gab es in ganz Lateinamerika Militärregimes. Das ist heute zum Glück nicht mehr so, aber immer noch werden dort Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt", sagte Eisenbürger. Die Redaktion berichte unabhängig und aus erster Hand aus Lateinamerika. "Dafür haben wir ein Netz aus Autoren dort."

Überreicht wurde der Preis von Martin Huthmann, der das Oscar-Romero-Haus vor 40 Jahren gründet hatte und anlässlich des runden Geburtstags den weiten Weg aus Brasilien auf sich genommen hatte. "Ich danke dem lieben Gott, dass dieses Haus immer noch besteht", sagte er. Ursprünglich war das direkt an den Bahnschienen gelegene Haus 1869 als Gefängnis gebaut worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Obdachlosenasyl und Ausweichquartier für zahlungsunfähige Mieter.

Anfang der 1970er Jahre sollte das Haus an der Heerstraße abgerissen werden. Doch unter der Leitung des damaligen Studentenpfarrers Martin Huthmann wurde es von Studierenden und einigen Helfern renoviert und umgebaut. Seit 1973 wohnen dort junge Leute, die sich selbst um den Erhalt des Hauses kümmern, ganz ohne Hausmeister. "Früher haben hier nur Studenten gewohnt, heute wohnen hier auch Auszubildende, unter anderem eine Schneiderin und ein Winzer", sagt Josef Senft vom Vorstand des Oscar-Romero-Hauses.