Heißer Start mit Guildo Horn

Hunderte verschiedene Sorten bei der 23. Bierbörse in Bonn

Bonn. Tausende Besucher hatten am Wochenende die Gelegenheit, hunderte verschiedene Sorten bei der Bierbörse in Bonn zu probieren - bei insgesamt angenehmen Temperaturen.

Robert Brüll kennt sich aus: Der Aachener ist selber "ein halber Belgier" und bei den Gerstensäften unserer westlichen Nachbarn macht ihm keiner etwas vor. "Ich importiere 800 Biersorten aus unserem Nachbarland, und 50 davon kann man hier am Stand auch probieren", erzählt er, während er akribisch dutzendweise Flaschen auf der Theke seines Standes in der Bonner Rheinaue drapiert.

Unter den Spezialitäten finden sich Flaschen mit so klingen Namen wie "Mort Subite", was ins Deutsche Übersetzt "Plötzlicher Tod" heißt oder "Paix Dieu", also "Gottes Frieden". "Das ist unter den Abteibieren mein persönlicher Favorit, erzählt Brüll, der privat aber am liebsten Jupiler vom Fass trinkt: "Ein in Belgien sehr beliebtes einfaches Pils."

Ein ausgewiesener Biersommelier ist Brüll allerdings nicht, dennoch kennt er sich gut genug aus, um die gar nicht so kleinen Unterschiede im Angebot auf der dreitägigen Bierbörse zu erklären, die von Freitag bis Sonntag tausende Besucher angezogen hat. "Eine Besonderheit ist, dass man in Belgien hauptsächlich Flaschenbiere trinkt", so Brüll.

 

Die reifen noch in der Flasche nach und gewinnen während der Lagerzeit weiter an Geschmack. "Dazu hat eigentlich jede Brauerei für jedes Bier ein eigenes Glas im Angebot", weiß er. Die könne er aber bei aller Begeisterung nicht immer alle in seinem Wagen mitführen, erzählt er und spült ein paar "Orval"-Gläser, deren Schriftzug allerdings vom vielen Spülen kaum mehr lesbar ist.

Bier aus Brasilien, Kroatien und Singapur

Aber nicht nur aus Belgien kämen gute Biere - die Bierbörse in Bonn gebe ihm immer mal wieder Gelegenheit, nicht nur über den Tellerrand hinauszusehen, sondern auch Biere aus den unterschiedlichsten Ländern der Erde mal im Direktvergleich zu testen: Mit dabei sind internationale Spezialitäten, wie das polnische Zywiec, das beliebte Urlaubsbier Karlovacko aus Kroatien und auch das außergewöhnliche Tiger aus Singapur. Das "Xingu" aus Brasilien sei auch wirklich lecker, genau wie das Mythos aus Griechenland, findet Brüll.

 

Das sahen Marion, Britta, Tanja und Jürgen offenbar genauso: Bestens gelaunt standen die beiden befreundeten Paare aus Bornheim und Köln am Stand der griechischen Brauer. Dass Tanja und Jürgen noch ein bisschen besser gelaunt schienen, als ihre Freundinnen hatte übrigens einen Grund: "Wir fahren nächste Woche nach Kreta und lassen den Urlaub gefühlt einfach schon mal dieses Wochenende beginnen."

Respekt für Guildo Horn

Für Freunde ausgefallenerer Biersorten gab es auf der Börse natürlich auch wieder jede Menge zu probieren - vom Kaffee- über Honig- bis zu Hanfbier reichte das Angebot. Brülls Favoriten sind aber eher traditionell eingebraut, neben den belgischen haben es dem Fachmann vor allem die bayerischen Biere angetan: Neu auf der Börse sei zum Beispiel das Büble aus dem Allgäu.

Nach dem heißen Start am Freitagabend durften sich die Bierfreunde nach einem erfrischenden Regenguss am Samstagmittag dann über angenehme Temperaturen freuen. Besonderen Respekt gelte es übrigens Guildo Horn und seiner Band "Orthopädische Strümpfe" zu zollen, sagte Organisator Werner Nolden: Die mussten nämlich am Freitag bei Temperaturen an die 40 Grad und einer unbarmherzig genau auf die Bühne strahlenden Sonne ihren Auftritt beginnen.