Garten unterhalb der Bonner Uniklinik

Hunderte besuchen Frühlingsfest im Melbgarten

Auf dem Melbgartenfest bieten Katharina (l.) und Stefanie Oeser Duftpflanzen und Kräuterzauber an.

Auf dem Melbgartenfest bieten Katharina (l.) und Stefanie Oeser Duftpflanzen und Kräuterzauber an.

Bonn. Trotz Kälte und zunächst heftigen Regenschauern konnte das Frühlingsfest im Melbgarten am Sonntag doch mehrere Hundert Besucher und Besucherinnen anlocken.

Das Außengelände der Botanischen Gärten unterhalb der Universitätskliniken wird tatsächlich nur an einem Tag der offenen Tür im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und wie meistens bei knappen Gütern steigt das Interesse. Was also ist im Vergleich zum letzten Jahr passiert?

„Leider mussten wir zum Beispiel die asiatischen Magnolien entfernen“, erklärte Gartenmeisterin und Revierleiterin des Melbgartens, Anett Krämer. „Sie sind einfach auf diesen schweren Lehmböden nicht gut gewachsen.“ Nach einem Umzug der Magnolien auf den Schlossvorplatz finden sich stattdessen jetzt Sorbus-Arten, Mehlbeeren, Vogelbeeren oder auch Ebereschen im Melbgarten. „Neu sind zum Beispiel auch die georgischen Haselnüsse“, erklärt Krämer. „Oder auch die wilden Verwandten von Obstgehölzen, wie zum Beispiel die Kornel-Kirsche.“

Die neuen Pflanzen werden auch danach ausgesucht, ob sie in die verschiedenen Konzepte passen. Aufgrund langjähriger Beziehungen nach Georgien gibt es im Melbgarten dabei zum Beispiel einen etwa 200 verschiedene Pflanzen umfassenden Georgien-Abschnitt. Zum China-Wald hingegen gehören beispielsweise die beeindruckenden und mehr als 50 Jahre alten Urwelt-Mammutbäume aus dem chinesischen Yunnan. Wie die wissenschaftliche Leiterin der Botanischen Gärten, Cornelia Löhne, erläuterte, werde geforscht im Melbgarten. „Beispielsweise werden hier Verwandtschaftsverhältnisse von Beerenarten erforscht“, sagt sie.

Doch obwohl der Melbgarten immer wieder verändert wird und Forschung stattfindet, darf nicht vergessen werden, dass das 1,8 Hektar messende Areal „nur“ eine Außenstelle der Botanischen Gärten ist. Dass zum Beispiel dieser Teil der Botanischen Gärten nicht öfter für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht, erklärte Krämer mit einer fehlenden „öffentlichen“ Ausstattung: „Wenn wir den Melbgarten öffentlich betreiben wollten, bräuchten wir dafür Parkmöglichkeiten, öffentliche Toiletten und das entsprechende Personal.“

Da es diese Kapazitäten nicht gibt, beherbergt der Garten Cornelia Löhne zufolge auch nur wenig intensiv zu pflegende Gehölze oder Stauden. „Ganz früher haben die Gärtner sogar die kleinen Terrassen als Privatgärten genutzt“, verrät die Kustodin. Obwohl diese Zeiten längst vorbei sind, die Terrassen liegen schon länger brach, kann man als Besucher die damaligen Gärtner heute auch noch verstehen. Dieser Teil hat etwas Spezielles. „Für mich ist der Melbgarten deshalb besonders, weil er eine Art verstecktes Kleinod ist“, sagt Löhne. „Er hat eine besondere Stille.“ Auch für Gartenmeisterin Krämer ist der Garten keine Selbstverständlichkeit. „Die Lage, diese Hanglage, das macht den Garten einfach besonders.“