Sternmarsch in Bonn

Hunderte Karnevalisten auf dem Marktplatz

Mit Fackeln stellte sich die Ehrengarde auf dem Marktplatz auf. Acht Traditionscorps machten beim Sternmarsch mit. FOTO: NICOLAS OTTERSBACH

Mit Fackeln stellte sich die Ehrengarde auf dem Marktplatz auf. Acht Traditionscorps machten beim Sternmarsch mit.

BONN. Beim Militär heißt es "großer Zapfenstreich", wenn die Musikcorps für ihre Oberhäupter spielen. Bei den Jecken aus Bonn und der Umgebung ist es der Sternmarsch, der Freitagabend von verschiedenen Orten der Innenstadt vor das Alte Rathaus zog. Insgesamt acht Traditionscorps aus 400 Karnevalisten stellten sich auf, um zum Schluss den Ruetz-Marsch zu spielen.

Woran es bei der zweiten Auflage nach der Session 2014 noch etwas haperte, war die Disziplin: Extra eingeteilte Einweiser sorgten dafür, dass jedes Corps seinen Platz bekam. Die Meckenheimer Stadtsoldaten hielten sogar mit einem Mariechen Einzug, das hoch getragen wurde. "Wir sind mit etwa 50 Mann da, es war schwierig, die Leute hier hin zu bekommen", sagte der Meckenheimer Spieß Peter Siegberg. Weil die Session so kurz sei, müssten die Termine auf wenige Tage verteilt werden. Das war laut Kommandant Hans Hallitzky auch der Grund, warum die Beueler Stadtsoldaten erneut nicht am Sternmarsch teilnehmen konnten. "Am Wochenende sind wir ausgebucht, wir brauchten noch eine Generalprobe", erklärte Hallitzky.

Dafür schaute aber wenigstens eine Abordnung auf dem Marktplatz vorbei. Es fehlten auch die Bonner Stadtsoldaten, weil sie bei den Honigsmöhnen im Brückenforum auftraten. "Das wäre eigentlich unser Einsatz gewesen, die Stadtsoldaten haben übernommen", sagte Thomas Janicke von der Ehrengarde, die zum Sternmarsch eingeladen hatte. Er nannte das "karnevalistische Ökumene". Vor allem, weil das Musikcorps der Prinzengarde aus St. Augustin krankheitsbedingt so geschwächt war, dass es nicht mitgehen konnte und die Musiker der Ehrengarde einsprangen.

Einige Fußgänger waren überrascht, dass plötzlich so viele Kostümierte auf dem Marktplatz standen. "Aber das ist schön, wann sieht man so etwas schon mal", sagte Franka Mailänder. Und Verena Zimmer von der Ehrengarde wollte sich die "Männer in Uniform nicht entgehen lassen". Einer sorgte für Aufsehen, kurz bevor die Jecken einmarschierten: Witich Flörke von der Marktgilde flitzte mit seinem gelben Reinigungsmobil über das Kopfsteinpflaster, so wie nach jedem Markttag. Für die Tollitäten Prinz Jürgen I. und Bonna Nora I. sowie Prinz Markus I. und Godesia Kerstin sollte es seiner Ansicht nach besonders sauber sein.

Nach anderthalb Stunden war das Spektakel dann vorbei, Godesberger Stadtsoldaten, Ehrengarde Hangelar, Fidele Burggrafen, AKP Bad Godesberg, Meckenheimer Stadtsoldaten, Prinzengarde St. Augustin und Ehrengarde Heimerzheim rückten über die Sternstraße ab ins Zeughaus der Bonner Ehrengarde.