Gefahrenstellen auf der Straße

Hier ist der Bonner Straßenverkehr besonders gefährlich

Bonn. Auf Bonns Straßen kann es gefährlich werden. Besonders wenn es eng wird und sich Fußgänger, Auto- und Radfahrer den knappen Platz auf der Straße teilen, steigt die Unfallgefahr. Die Gefahrenstellen im Überblick.

Der General-Anzeiger hatte seine Leser nach den gefährlichsten Stellen im Bonner Verkehr gefragt und die Stadt um eine Einschätzung dazu gebeten.

In einem ersten Teil hatte sich die Stadt zu den Gefahrenstellen am Bertha-von-Suttner-Platz und an der Kennedybrücke geäußert, die zu den zwei gefährlichsten Stellen im Bonner Straßenverkehr gewählt wurden. Im zweiten Teil standen Brennpunkte wie der Trajektkreisel, der Potsdamer Platz und die Viktoriabrücke im Fokus. Im dritten Teil bezieht die Stadt Stellung zu den drei verbliebenen Gefahrenstellen unserer Umfrage.

Kreisverkehr in Ramersdorf

Als tückisch empfinden GA-Leser den Kreisverkehr in Ramersdorf in der Nähe des Bonner Polizeipräsidiums, der den Landgrabenweg, die Königswinterer Straße und die Oberkasseler Straße verbindet. Die Fußgänger- und Radfahrerwege gelten als unübersichtlich und schwer einsehbar. "Fußgänger und Radfahrer müssen vielfach mit dem Rücken zum Verkehr in die Straßenüberquerung einfahren", kritisiert ein Leser. Durch die enge Wegführung sei es schwierig für Radfahrer, Handzeichen zu geben. Besonders risikoreich sei die Querung vom Landgrabenweg: "Für die mehr als eine 90-Grad-Querung müssen Radfahrer in der Anfahrt Bremsen, Schalten, Lenken und dabei auch noch die Hände vom Lenker nehmen, um Handzeichen zu geben."

Die Stadtverwaltung kommt allerdings zu einer anderen Einschätzung. Eine Unfallhäufung bestehe dort nicht.

Gefahrenstelle am Maritim

Für gefährlich halten GA-Leser auch die Kreuzung Godesberger Allee (B9) und Heinemannstraße. Kritisiert wird dort unter anderem, dass die Verkehrssituation für Linksabbieger trotz Hinweisschildes schwer zu verstehen sei. Nach einem unerlaubten Wendemanöver war dort im Mai vergangenen Jahres ein Auto mit einer Bahn der Linie 16 zusammengestoßen. Fahrer und Beifahrerin zogen sich teils schwere Verletzungen zu. Anfang Januar kollidierte ein Kleintransporter mit einer Straßenbahn, der Fahrer wurde tödlich verletzt.

Die Stadt gibt an, dass das Linksabbiegen dort verboten sei und dies mehrfach und so deutlich, wie nach der Straßenverkehrsordnung möglich, ausgeschildert sei. "Es gibt mehrfach Pfeile auf der Fahrbahn, außerdem Schilder rechts und links der Fahrbahn sowie Pfeile im Ampellicht mit der vorgeschriebenen Richtung", so ein Sprecher der Stadt.

Kreuzung Elisabethstraße/Brunnenallee

Ebenfalls in die Top 10 der Gefahrenstellen im Bonner Straßenverkehr gewählt wurde die Kreuzung Elisabethstraße/Brunnenallee. Dort sei es nahezu unmöglich, ohne Probleme auf die Brunnenallee abzubiegen, ohne halb auf der Fahrbahn zu stehen und Unfälle zu riskieren. "Ein Spiegel auf der anderen Fahrbahnseite würde schon viel nutzen", schreibt ein GA-Leser. "Oft ist der Blick nach links durch zu hohe parkende Busse oder PKW versperrt, so dass man immer riskiert, einen Unfall zu bauen oder zu provozieren." Ein anderer Leser pflichtet bei: "Letztes Jahr stand auf dem Parkplatz direkt vor der Kreuzung monatelang ein alter, grüner VW-Bully und blockierte die Sicht nach links fast vollständig."

Laut Stadt sei an der Kreuzung bereits ein Platz durch einen Pfosten abgesperrt worden, um die Sicht an dieser Stelle zu verbessern. Bedingt durch den alten Baumbestand sei eine gute Sichtbeziehung aber nicht zu erreichen. Eine Häufung von Unfällen gebe es dort aber nicht.

Einen Spiegel will die Stadt an der Stelle nicht anbringen. Verkehrsspiegel würden im Bonner Stadtgebiet seit Jahren nicht mehr aufgestellt. "Grund ist, dass diese Spiegel eine Sicherheit suggerieren, die sie nicht bieten", heißt es bei der Stadt. Die Spiegel würden die Sicht verzerren, tote Winkel produzieren und seien häufig verschmutzt oder verstellt.

Sämtliche Spiegel im Stadtgebiet seien durch Privatpersonen auf der Grundlage von Gestattungsverträgen aufgestellt. Ausgenommen seien sogenannte Trixi-Spiegel, die unmittelbar unter dem Ampellicht angebracht werden, um den toten Winkel beim Abbiegen von großen Fahrzeugen zu reduzieren und die Sicht auf Fußgänger und Radfahrer zu verbessern.