Justus-von-Liebig-Straße

Hier haben 165 Unternehmen in Bonn ihren Sitz

An der Justus-von-Liebig-Straße haben sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt.

An der Justus-von-Liebig-Straße haben sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt.

DRANSDORF. Das Gewerbegebiet Justus-von-Liebig-Straße in Dransdorf ist ein Ballungszentrum für viele Unternehmen. Diese finden dort gute Bedingungen vor - doch ein Umstand nervt alle.

Es herrscht reger Verkehr, dicht an dicht sind die Pkw unterwegs und auch jede Menge Lkw sind den ganzen Tag über auf der Justus-von-Liebig-Straße in Dransdorf unterwegs. Kein Wunder, dass sich in den vergangenen Jahren immer wieder neue Unternehmen im Gewerbe- und Industriegebiet im Bonner Westen angesiedelt haben. Denn die Verkehrsanbindung ist sehr gut. Über den rund 1,5 Kilometer entfernten Verteilerkreis sind Anlieger und Lieferanten ganz schnell auf den Autobahnen 555 und 565. Außerdem gibt es mit der nahegelegenen Stadtbahnhaltestelle Robert-Kirchhoff-Straße eine gute Anbindung an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs.

„Uns ist lediglich ein geringer Gebäudeleerstand bekannt. Die geringe Veränderung und Fluktuation im Gewerbegebiet Justus-von-Liebig-Straße deute auf eine Stabilität des Gebietes und der Unternehmen hin“, erklärt Victoria Appelbe, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn. Einige Firmen hätten sich in den vergangenen Jahren neu in dem Gebiet angesiedelt oder sind expandiert: zum Beispiel Italia Import Perrone GmbH, Germania Gebäudedienste GmbH und Steep GmbH. Nicht alle sind davon begeistert: „Ich beobachte seit 2015 viel Unruhe und einen ständigen Wechsel der Unternehmen. Außerdem empfinde ich das Industriegebiet als ungepflegt und es könnte somit für die Zukunft unattraktiv werden“, erklärt Regine Patt, Leiterin Bad-Center Bonn bei der Richter + Frenzel GmbH + Co. KG.

Positiver klingt das in der Beschreibung von Appelbe. Es herrsche ein Branchenmix vor, vom klassischen Gewerbe, über Handel bis zu Dienstleistungen. Vor Ort sind neben einem Discounter verschiedene Großhändler und Firmen aus der Kfz-Branche und auch Verlagsdruckereien angesiedelt. „Aufgrund der sehr guten Anbindung ist das Gebiet gut geeignet für verkehrsorientierte Gewerbe wie Logistikunternehmen; zugelassen ist auch die Nutzung durch Großhandelsunternehmen“, berichtet die Amtsleiterin. Das Gewerbegebiet Justus-von-Liebig-Straße umfasst neben dieser Straße, die Bunsenstraße, die Fraunhofer Straße, die Bergiusstraße, den Bendenweg und die Robert-Kirchhoff-Straße. „Dort sind insgesamt rund 165 Unternehmen angemeldet. Die Anzahl der Beschäftigten ist nicht bekannt“, sagt Appelbe. „Einzelhandelsunternehmen findet man vor Ort weniger, da diese eine Beeinträchtigung für die Ortszentren Tannenbusch und Dransdorf darstellen könnten, die die Versorgung der Bevölkerung wohnungsnah sicherstellen“, erklärt Appelbe.

Firmenausfahrten zugeparkt

Die gute Entwicklung des Standorts hat jedoch eine Kehrseite: Parkplätze sind gerade am Vormittag Mangelware. „Die Parkplätze werden in der Tat rarer und das führt häufig dazu, dass die Leutchen gnadenlos alles zuparken und damit bei Firmenausfahrten die Sicht versperren“, berichtet Petra Clemens, Prokuristin der Bonner Universitäts-Buchdruckerei, Justus-von-Liebig-Straße 6. Das komme beispielsweise bei der Lidl-Ausfahrt vor. Dort habe es in den vergangenen Wochen mehrere heftige Unfälle gegeben. „Wir merken das gestiegene Verkehrsaufkommen an den Staus morgens und zum Feierabend. Die ergeben sich auch durch die Ampel Brühler Straße. Die Kurier-Fahrer sind erheblich länger unterwegs als früher. Die Stadt hatte dort eigentlich einen Kreisel geplant“, sagt Clemens. „Parken ist sehr schwierig, selbst die Parkplätze der ansässigen Unternehmen werden fremd genutzt - mit der Folge, dass Kunden wieder fahren, weil sie keinen Parkplatz finden“, sagt auch Regine Patt. Sie fordert: „Es muss wieder für freien Parkraum gesorgt werden. Aber ohne Parkautomaten!“

Die Situation wird sich auf absehbare Zeit wohl auch nicht ändern: Veränderungen sind laut der Verkehrslenkung der Bürgerdienste nicht angedacht, da der Bestand der Straße keine weiteren Parkmöglichkeiten zulasse. Von dort heißt es: „Aufgrund des starken Lkw-Verkehrs kann die Fahrbahnbreite nicht verringert werden. Die Fußwege sind etwa 2,50 Meter breit, so dass auch eine Einschränkung die Einrichtung von Querparkplätzen nicht ermöglichen würde. Die Einfahrten und Sichtbeziehungen an den Einmündungen müssen freigehalten werden. Falls ein Anlieger Ideen hat, wird die Verkehrslenkung diese gerne prüfen.“