Flüchtlinge in Bonn

Hendricks kritisiert OB Sridharan wegen seiner Turnhallenliste

Soll auch zur Notunterkunft für Flüchtlinge werden: Die Turnhalle der Gesamtschule Beuel.

Soll auch zur Notunterkunft für Flüchtlinge werden: Die Turnhalle der Gesamtschule Beuel.

03.02.2016 Bonn. Der Ton im Streit um die Flüchtlinge in Sporthallen wird rauer. SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) jetzt vorgeworfen, die Liste mit 15 Sporthallen zur Nutzung als Notunterkünfte sei unverantwortlich.

Die derzeitige Kommunikation der Stadt Bonn in Fragen der Flüchtlingsunterbringung habe bei ihr Unverständnis ausgelöst, erklärte Hendricks. Hintergrund: Vorigen Mittwoch hatte Oberbürgermeister Ashok Sridharan verkündet, die Stadt Bonn habe ihre Unterbringungsquote zurzeit erfüllt und erhalte deshalb ab Rosenmontag eine Verschnaufpause von drei Wochen. Zwei Tage zuvor hatte der OB die Liste mit den 15 Sporthallen präsentiert, in denen eigentlich schon ab Aschermittwoch nach und nach Flüchtlinge unterkommen sollten.

Laut Hendricks hat das Innenministerium jedoch schon vor einigen Wochen kommuniziert, dass die Kommunen, die ihre Quote zur Flüchtlingsunterbringung erfüllt hätten, in nächster Zeit keine weiteren Flüchtlinge mehr zugewiesen bekämen. „Es ist vor diesem Hintergrund unverantwortlich, dass der Oberbürgermeister eine öffentliche Diskussion über die zusätzliche Nutzung fast aller großen Turnhallen in Bonn anzettelt.“

Peter Kox: Keine Notwendigkeit zur Belegung von Turnhallen

Peter Kox (SPD) sieht derzeit auch keine Notwendigkeit zur Belegung von Turnhallen. „Ich halte es für sinnvoll, wenn mit dem Land noch einmal geklärt wird, welche Gebäude für die Flüchtlingen verwendet werden können.“

Stadtsprecherin Monika Hörig erklärte, das Innenministerium habe der Stadt zum von Hendricks genannten Zeitpunkt keine Information zur Flüchtlingsquote zukommen lassen. „Die Stadt ist in ständigem Kontakt mit der Bezirksregierung Arnsberg, die für die Verteilung von Flüchtlingen zuständig ist, und der Bezirksregierung Köln, um verbindliche und belastbare Auskünfte zu bekommen“, sagte Hörig. (Lisa Inhoffen)