Bonner Wetterstatistik

Heiß und trocken, aber kein Rekord-Juli

Bei viel Sonnenschein mit sommerlichen Temperaturen fliegt eine Hummel zu einer Sonnenblume.

Der Juli brachte zwar Rekordtemperaturen, war aber nicht der heißeste Juli in Bonn.

Bonn. Geringe Niederschlagsmengen führen zum bisher niedrigsten Rheinpegelstand in diesem Jahr. An sieben Tagen stieg das Thermometer über 30 Grad.

Der Juli brachte zwar Rekordtemperaturen, aber er war nicht der heißeste Juli. Das ergibt die Analyse der Wetterdaten, auf die in Bonn bis ins Jahr 1895 zurückgegriffen werden kann. Aufschluss gibt aber nicht nur die Wetterhistorie, sondern auch ein Blick auf die Daten der Wetterstation der Uni Bonn in Endenich.

Temperatur: Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 Grad Celsius belegt der Juli Platz 11. Der Monat war um 3,7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Der wärmste Juli war der im Jahr 2006 mit im Schnitt 23,9 Grad; den kühlsten Juli hatten wir in Bonn 1907 mit 15 Grad. An 19 Tagen überschritt die Quecksilbersäule im vergangenen Monat die 25- Grad- Marke; an sieben Tagen gab es mehr als 30 Grad im Schatten. Seit dem 19. April gab es in Bonn schon 45 Sommertage und vier Tropennächte. Am 8. Juli hatten wir mit 10 Grad Celsius die niedrigste Monatstemperatur. Am 25. wurde an der Wetterstation der Uni mit 41,9 Grad Celsius die höchste je in Bonn gemessene Temperatur erreicht. An drei Tagen hintereinander wurde die 40-Grad-Marke übertroffen. Damit rutschte der bisherige Spitzenreiter bei Juli-Höchsttemperaturen, der 24. Juli 1911 mit 38,5 Grad Celsius, auf den vierten Platz. Noch eine Besonderheit ist bei diesem Sommer zu vermelden: Der Juli war um 0,6 Grad kühler als der Juni 2019.

Sonne: Mit den stabilen Hochs über Bonn konnte sich die Sonne gut durchsetzen: Mit 234 Stunden landete der Juli auf den elften Platz und überschritt sein Monatssoll um 36 Stunden. An vier Tagen schien die Sonne länger als 13 Stunden; nur an zwei Tagen versteckte sie sich den ganzen Tag. 2019 schien die Sonne schon 283 Stunden länger als im langjährigem Mittel.

Niederschlag: An zwölf Tagen fielen nur 31 Liter Regen pro Quadratmeter, das sind 47 Prozent des langjährigen Mittels. Der meiste Regen fiel am 27. Juli mit 13,1 Liter pro Quadratmeter. An drei Tagen gab es Gewitter. Der wenige Regen ließ den Rheinpegel dramatisch fallen: Am 27. Juli wurde mit 1,76 Metern Pegelstand der niedrigste Wert des Jahres gemessen.

Vergleich: Der Juli 2018 war um 2,2 Grad wärmer als der aktuelle. Im Vorjahr war die Minimaltemperatur mit 12,5 Grad etwas höher, dafür lag der Höchstwert mit 37,8 Grad Celsius um 4,1 Grad niedriger. Die Zahl der Sommertage war um zehn Tage höher, auch bei den heißen Tagen wurden sechs mehr gezählt. 2018 fielen mit 18 Liter pro Quadratmeter 13 Liter pro Quadratmeter weniger Regen und die Sonne schien 86 Stunden länger.

Klaus Kosack war Chef-Statistiker der Stadt Bonn.