Nach Missbrauchsverfahren gegen Pater des CoJoBo

Heftige Kritik an Politikerin

BONN. Mit ihrer Kritik an der Bonner Staatsanwaltschaft hat sich die Schulausschussvorsitzende Dorothee Pass-Weingartz (Grüne) heftige Schelte von der FDP eingehandelt. Joachim Stamp, Sprecher der Liberalen im Ausschuss, nannte die Vorwürfe gegen die Ermittler "ungeheuerlich" und forderte indirekt den Rücktritt von Pass-Weingartz.

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Missbrauchs-Verfahren gegen einen Pater des Collegium Josephinum Bonn (CoJoBo) nach monatelangen Ermittlungen mangels hinreichendem Tatverdacht eingestellt. Dabei ging es unter anderem um die bis Ende 2011 geübte CoJoBo-Praxis, erkrankten Schülern Zäpfchen zu verabreichen.

Das sei zwar medizinisch falsch gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Hinweise auf sexuellen Missbrauch oder Körperverletzung gebe es aber nicht. Pass-Weingartz hatte der Staatsanwaltschaft nach der Einstellungsentscheidung vorgeworfen, die "Opfer" allein zu lassen.

Als Privatperson könne sie sagen, was sie wolle, erklärte nun FDP-Mann Stamp. Seine Partei verwahre sich aber dagegen, dass die Grüne in ihrer Eigenschaft als Ausschussvorsitzende das Ermittlungsergebnis der Staatsanwaltschaft infrage stelle. Sie solle ihre "neuerlichen Vorwürfe" belegen. "Andernfalls stellt sich die Frage, ob Frau Pass-Weingartz weiterhin den Vorsitz des Schulausschusses führen kann", sagte Stamp. bau