Viktoriakarree in Bonn

Hat das „Blow Up“ eine neue Bleibe in Aussicht?

Von dem Aus für „Blow Up“ ist auch Klaus-Dieter Warnke betroffen, der über dem Lokal wohnt und jetzt ebenfalls ausziehen muss.

Von dem Aus für „Blow Up“ ist auch Klaus-Dieter Warnke betroffen, der über dem Lokal wohnt und jetzt ebenfalls ausziehen muss.

Bonn. Der Pächter des Clubs hat sich außergerichtlich mit der Signa-Holding geeinigt. Er schweigt aber noch zu den Zukunftsplänen für sein Szenelokal.

Das plötzliche Aus für das Szenelokal „Blow Up“ in der Rathausgasse 10 sorgt im Netz für heftige Diskussionen. Wie berichtet, hat die Eigentümerin des Hauses, die Signa-Holding, ein Unternehmen des österreichischen Karstadt-Investors René Benko, am Montag ihren vor längerer Zeit erworbenen Räumungstitel vollstrecken lassen. Das Lokal ist seither geschlossen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das „Blow Up“ eventuell schon bald an einem anderen Ort wieder öffnen könnte.

Ursprünglich sollte die Vollstreckung des Räumungstitels so lange nicht erfolgen, bis das Landgericht Bonn über den Antrag von „Blow-Up“-Pächter Oliver Helmerat entschieden hat, seinen bis 30. Juni befristeten Mietvertrag zu entfristen. Doch der für Donnerstag anberaumte Gerichtstermin wurde kurzfristig abgesagt. Nach Auskunft eines Gerichtssprechers haben sich die Parteien außergerichtlich geeinigt. Hintergrund: Das „Blow Up“ soll neue Räume gefunden haben. Daraufhin seien sämtliche Klagen zurückgenommen worden. Der Rechtsstreit habe sich damit erledigt.

Signa-Sprecher Robert Leingruber bestätigte, dass Signa sich mit Helmerat geeinigt habe. Anders als Axel Bergfeld, Sprecher der Initiative „Viva Viktoria“, noch am Mittwoch erklärt hatte, habe Signa keine Schlösser am Eingang des Lokals austauschen lassen. „Herr Helmerat hat die Schlüssel freiwillig zurückgegeben“, sagte Leingruber.

Bergfelds Initiative hatte mit einem erfolgreichen Bürgerbegehren die Pläne von Signa für ein Einkaufszentrum im Viktoriakarree verhindert und das „Blow Up“ seither in seinem Kampf um den Erhalt unterstützt. „Signa hatte den Räumungstitel. Das mussten wir akzeptieren. Wir wollen uns ja auch nicht verkämpfen“, sagte Bergfeld, ohne auf die weiteren Gründe für die außergerichtliche Einigung eingehen zu wollen.

Helmerat selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sein Geschäftsführer Daniel Christel gab sich hinsichtlich der Zukunftspläne für das „Blow Up“ zugeknöpft. „Wir wollen uns im Moment dazu noch nicht öffentlich äußern“, sagte er. Im Netz wird derweil wild spekuliert, ob und wo das „Blow Up“ möglicherweise wiedereröffnen wird.

„Als wir erfahren haben, dass wir hier sofort raus müssen, waren wir ziemlich geschockt“, sagte Klaus-Dieter Warnke (64), der in einer Wohnung in einem der oberen Stockwerke zur Untermiete wohnt. Warnke ist froh, dass Signa den Bewohnern noch einige Tage eingeräumt hat, damit sie in Ruhe ihre Sache packen können. „Ich weiß aber nicht, wohin ich dann soll.“