Firmengelände in Kessenich

Haribo vermietet Zentrale in Bonn

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik zieht in das Haribo-Verwaltungsgebäude (rechts) in Kessenich.

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik zieht in das Haribo-Verwaltungsgebäude (rechts) in Kessenich.

Bad Godesberg. Das ehemalige Verwaltungsgebäude von Haribo auf dem Firmengelände in Kessenich bekommt einen neuen Mieter: Die Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik mietet das Gebäude.

Das war abzusehen: Durch die Verlagerung des Kessenicher Haribo-Standorts zieht das Unternehmen aus dem bunten Verwaltungsgebäude an der Hans-Riegel-Straße aus. Als neuer Mieter steht nun die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) fest, die auf den rund 4000 Quadratmetern Bürofläche ihre bisherigen Bonner Quartiere im gegenüberliegenden Langwartweg und in der Südstadt zusammenzieht.

Die Hauptverwaltung für das internationale und das Deutschlandgeschäft von Haribo mit rund 400 Angestellten wechselt Anfang Mai in den neuen Unternehmenssitz in der Grafschaft. Für das alte Verwaltungsgebäude in Kessenich, das in den 1960er Jahren erbaut wurde, gab es deshalb keine Verwendung mehr. Auf dem Gelände der Hauptverwaltung am Bonner Standort werden auch zukünftig die bisherige Produktion und Produktionsverwaltung mit rund 700 Mitarbeitern ansässig sein.

Für die Berufsgenossenschaft kam der Umzug laut Geschäftsführer Stefan Hussy genau richtig. „Raumnot und Renovierungsbedarfe ließen uns schon seit Längerem nach Alternativen suchen.“ Ein großer Vorteil sei, dass einer der beiden BGHW-Standorte in direkter Nachbarschaft von Haribo liege, nämlich genau gegenüber.

Umzug soll Anfang 2019 beginnen

„In erster Linie wird sich die Raumsituation für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich verbessern“, so Hussy. Das Gebäude sei in einem „hervorragenden Zustand“ und erfülle die gestellten Anforderungen in jeder Hinsicht. „Als Stichworte sind hier beispielsweise die Anzahl der Besprechungsräume, die Erreichbarkeit aller Arbeitsplätze auch für Beschäftigte mit Handicap und die Klimatisierung zu nennen.“ Rund 200 Angestellte werden dort tätig sein. Der Mietvertrag läuft über 15 Jahre. Anfang 2019 soll der Umzug beginnen. Was danach mit den beiden leeren Direktionsgebäuden passiert und ob sie verkauft oder vermietet werden, sei noch nicht abschließend entschieden.

Die Berufsgenossenschaft ist der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für die Versicherten und Unternehmer des Handels und der Warenlogistik. Sie ist für 5,3 Millionen Versicherte und etwa 378 000 Unternehmen in ganz Deutschland zuständig. Bonn ist neben Mannheim der zweite Hauptsitz.

Laut Haribo sollen nur das Verwaltungsgebäude sowie die dazugehörenden Parkplätze vermietet werden. Der Produktionsstandort mit seinem markanten Schornstein und die Betriebsverwaltung sollen komplett erhalten bleiben. Auch die Gestaltung des künftigen BGHW-Baus werde das Aussehen des Areals nicht stark verändern. Die Fassade mit ihren roten Elementen, die zuletzt 2012 erneuert wurde, soll weiterhin bestehen. „Auch der Goldbär über der Einfahrt zum Haribo-Werk bleibt. Lediglich der Schriftzug sowie der Goldbär am Haupteingang des Gebäudes werden entfernt“, so eine Sprecherin des Unternehmens. Bis Ende 2018 werde allerdings das Innere „baulich an die Bedürfnisse des neuen Mieters“ angepasst.

Auf dem 27 Hektar großen neuen Gelände kurz hinter der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz entstehen neben dem 45 Meter hohen Zentrallager das Gebäude der Konzernverwaltung sowie mehrere Produktionshallen. In Zukunft sollen in der Gemeinde Grafschaft bis zu 2000 Menschen für 
Haribo arbeiten. Durch einen technischen Schaden im Neubau hatte sich das millionenschwere Bauprojekt mehrere Monate verzögert. Die ersten 
Goldbären sollen im Laufe des Jahres vom Band fallen.