Erinnerung an Haribo-Gründer Hans Riegel wurde vor 125 Jahren geboren

BONN. Der Haribo-Gründer Hans Riegel wurde am 3. April vor 125 Jahren geboren. Mit den Goldbären ebnete er den Erfolg des Familienunternehmens. Ein Blick auf die Geschichte.

Ein Sack Zucker, eine Marmorplatte, ein Hocker, ein gemauerter Herd, ein Kupferkessel und eine Walze: Dass aus diesem Startkapital ein weltweit bekannter Konzern entsteht, hätte Hans Riegel sich wohl kaum träumen lassen. Vor 125 Jahren, am 3. April, wurde der Gründer der Fruchtgummi-Firma Haribo geboren. 29 Jahre später erfand der Visionär und gelernte Bonbonkocher die Goldbären – und ebnete damit den Erfolg des Familienunternehmens.

Hans Riegel hatte bei Kleutgen & Meier in Friesdorf eine Lehre zum Bonbonkocher absolviert. Nachdem er in Neuss und Osnabrück Berufserfahrung gesammelt hatte, kam er zurück nach Bonn. Er arbeitete als Bonbonkocher bei der Firma Heinen in Kessenich, wo er später Geschäftspartner wurde. Die Firma hieß danach Heinen & Riegel.

Als 27-Jähriger macht er sich mit seinem eigenen Unternehmen selbstständig und ließ Haribo als Akronym für HAns RIegel BOnn am 13. Dezember 1920 ins Handelsregister eintragen. Im Stadtteil Kessenich begann Riegel die Produktion seiner Süßwaren – erst allein, dann mit seiner ersten Mitarbeiterin, seiner Frau Gertrud.

Schleppendes Geschäft in den Kriegsjahren

Zwei Jahre später erfand er den Urahn des Goldbären, den Tanzbären, der anfangs noch mit dem Fahrrad an Kunden verteilt wurde und den es für je einen halben Pfennig am Kiosk zu kaufen gab. Heute werden weltweit rund 100 Millionen Goldbären pro Tag produziert. Den Klassiker gibt es in den Geschmacksrichtungen Orange, Zitrone, Erdbeere, Himbeere, Ananas und Apfel.

Vor dem Zweiten Weltkrieg beschäftigte Haribo rund 400 Mitarbeiter. In den Kriegsjahren lief das Geschäft wie überall auch bei Haribo schleppend. Während des Krieges musste die Produktion wegen Rohstoffmangels zurückgefahren werden. Hinzu kam der frühe Tod von Hans Riegel mit nur 52 Jahren am 31. März 1945. Das Unternehmen wurde zunächst von seiner Frau Gertrud weitergeführt, bis 1946 die Söhne Hans und Paul aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrten.

Rund 7000 Mitarbeiter weltweit

Mittlerweile sind rund 7000 Mitarbeiter weltweit für Haribo tätig. Aktuell investiert das Unternehmen in den neuen Standort in der Grafschaft. Der Süßwarenhersteller zieht aber nicht wie ursprünglich geplant mit seiner Hauptverwaltung zum Jahreswechsel in die rheinland-pfälzische Gemeinde.

Wegen eines technischen Schadens am Neubau verzögert sich der Umzug um voraussichtlich zwei bis drei Monate. Die Produktion soll im Laufe des Jahres starten. Auf dem 27 Hektar großen Gelände kurz hinter der Landesgrenze entstehen neben dem 45 Meter hohen Zentrallager das Gebäude der Konzernverwaltung sowie mehrere Produktionshallen.

In Zukunft sollen dort bis zu 2000 Menschen für Haribo arbeiten. Dennoch spiele der Heimat-Produktionsstandort Bonn, der als autarke Einheit bestehen bleibe, noch immer eine bedeutende Rolle, heißt es zum 125. Geburtstag des Gründers aus dem Hause Haribo.

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