Großveranstaltung in Bonn

Haltestelle UN-Campus wird bei Rhein in Flammen zum Nadelöhr

Die Haltestelle UN-Campus könnte bei Rhein in Flammen zur Gefahrenstellen werden, wenn Tausende Besucher abreisen wollen.

Die Haltestelle UN-Campus könnte bei Rhein in Flammen zur Gefahrenstellen werden, wenn Tausende Besucher abreisen wollen.

BONN. Zehntausende Besucher werden bei Rhein in Flammen am ersten Maiwochende in die Bonner Rheinaue strömen. Kritisch wird der Ansturm besonders an einer Stelle.

Rhein in Flammen wird vom 4. bis 6. Mai wieder Tausende Besucher in die Rheinaue locken. Weil Gleis 1 am Bonner Hauptbahnhof gesperrt ist, erwarten die Planer, dass viele Passagiere die neue Haltestelle UN-Campus nutzen werden. „Wir haben noch keine Erfahrung, wie sie sich bei diesen Besuchermassen verhält“, sagte Holger Klein vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) am Donnerstag. „Ein Verkehrschaos lässt sich bei so einer Großveranstaltung nicht vermeiden.“ Klein appellierte daran, zum Feuerwerk am Samstagabend mit Bus, Bahn und dem Fahrrad anzureisen. So führen die Züge in Richtung Köln und ins Ahrtal, aber auch die Straßenbahnen und Busse der Stadtwerke Bonn häufiger. An den Haltestellen würden mehr als 100 Ordner eingesetzt, die die Besucherströme lenken sollten.

Auch in der Rheinaue selbst läuft noch nicht alles rund. Zwar ist die Wiese, auf der die Weltklimakonferenz ihre Spuren hinterlassen hatte, mit Rollrasen pünktlich wiederhergestellt worden. Die für die Zeltstadt im Erdreich verlegten Kabel sind jedoch nicht nutzbar.

Der Haltepunkt UN-Campus ist ebenfalls noch nicht fertig, Warnbaken werden Geh- und Radweg verengen. Zudem ist die Unterführung ein Nadelöhr, das die Besucher passieren müssen. Im Sicherheitskonzept sei das laut Klein berücksichtigt worden. „Wenn die Haltestelle zu voll wird, sperren wir sie kurzzeitig ab“, erklärte er und rät, nach dem Feuerwerk nicht mit dem letzten Böllerknall abzureisen. „Wir hoffen, dass sich die Besucherströme durch das farbige Wegeleitsystem und die vielen Züge entzerren.“

Laut Veranstalter Jürgen Harder sind die vor der Weltklimakonferenz eigens für die Zeltstadt verlegten Kabel eine gute Sache. „Aber leider sind die Übergabepunkte noch nicht fertig.“ Soll heißen: Die Kabel liegen unter der Erde, haben aber keine Verbindung an die Oberfläche. Der Strom werde wie gehabt verteilt: für die drei Bühnen durch das seit Jahren bestehende Netz, für die Fahrgeschäfte durch unzählige Generatoren. Harder hofft, dass die neuen Leitungen im kommenden Jahr zur Verfügung stehen und die Schausteller somit Kosten sparen können. „Dafür müssen aber erst noch einige Gespräche geführt werden.“

Bislang ist nach Angaben des städtischen Presseamts nicht klar, wer die Kosten für neue Trafostationen übernimmt und wann sie genau errichtet werden sollen. „Die Infrastruktur wird auf jeden Fall nachgerüstet, die Stadtwerke Bonn unterbreiten dafür ein Angebot“, so eine Sprecherin.

Für Sicherheit auf dem Gelände sollen mehr als 500 Helfer von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und DLRG sowie Hunderte Polizisten sorgen. Die Beamten setzen diesmal verstärkt auf Videoüberwachung, um laut Einsatzleiter Karl-Heinz Hennings „professioneller auf Geschehnisse vorbereitet zu sein“. Die Aufnahmen seien aber nur zur Beweissicherung gedacht, um beispielsweise im Nachhinein Täter überführen zu können. „Am Abend selbst werden viele Streifen in Uniform und in Zivil unterwegs und Ansprechpartner sein.“ Die Feuerwehr hingegen verlegt ihre Einsatzzentrale vom Gelände in die Leitstelle am Lievelingsweg, um unabhängiger vom Wetter und nicht mehr dem Lärm ausgesetzt zu sein.