Lossprechung der Friseur- und Bäckerinnung

Gut gebacken und fein frisiert

BONN. "Dieser Jahrgang war ein ausgesprochen erfolgreicher: Mit drei Einsern und elf Zweiern haben wir das beste Ergebnis seit Jahrzehnten erzielt", lobt Prüfungsausschussvorsitzender Robert Fuhs die frischgebackenen Friseure und Friseurinnen.

71 erfolgreiche Absolventen nahmen bei der Lossprechungsfeier am Sonntagmorgen im Hotel Hilton in Anwesenheit von Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel und der stellvertretenden Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, Notburga Kunert, ihre Gesellenbriefe entgegen.

Auch bei den anderen Absolventen sei zu sehen, wie hervorragend der Durchschnitt in diesem Jahr gewesen sei, ergänzte Fuhs, Obermeister der Friseurinnung und Bildungsbeauftragter des deutschen Friseurhandwerks. "Alle Absolventen können richtig stolz auf ihre Leistung sein." Das sind sie offenbar auch: "Natürlich habe ich mich über mein gutes Abschneiden sehr gefreut", lacht Abigail Harward. Die 19-Jährige, die Ihre Ausbildung in Bad Godesberg absolviert hat, ist Prüfungsbeste geworden. Der Bundesstadt wird sie aber ab August untreu, sie zieht nach Aachen: "Der Liebe wegen und auch, weil ich dort einen interessanten Job gefunden habe", strahlt sie.

Auch bei den Bäckern gab es nur strahlende Gesichter: Im Rahmen einer zweiten Feier wurden in den selben Räumen am Nachmittag 15 Bäcker und 46 Bäckereifachverkäufer losgesprochen: Prüfungsbester Marc Schulte war zwar bei der Feier verhindert, aber die übrigen Absolventen nahmen freudig ihre Gesellenbriefe aus den Händen von Obermeister Bernd Rott und den Prüfungsausschussvorsitzenden, Heinz-Peter Hauptmann und Armin Klein, entgegen. "Das war mehr Glück als Verstand", lacht Jessica Radel selbstironisch über ihren Erfolg: Die 20-Jährige bestand als Zweitbeste und ist nun auf der Suche nach einer neuen Wirkungsstätte.

Ganz ungetrübt war die Freude allerdings nicht: "Ein Problem ist, dass wir immer weniger Bäcker bekommen", klagt Rott am Rande der Veranstaltung. "Wir haben in diesem Jahr nur 15 neue Bäcker lossprechen können." Gründe sind für Rott nicht nur das Image des Handwerks, sondern auch die Verlagerung vieler Betriebe auf die grüne Wiese in Kombination mit den frühen Arbeitszeiten: "Die jungen Leute haben ja zu Ausbildungsbeginn oft kein Auto und sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Morgens um drei ist das ein echtes Problem."