Backsteinwürfel mit Campanile

Grundstein für Kirche in Röttgen vor 50 Jahren gelegt

Röttgen. Vor 50 Jahren wurde der Grundstein für die Pfarrkirche Christi Auferstehung am Herzogsfreundenweg in Röttgen gelegt. Nur auf den ersten Blick ein modernes, schlicht und reduziert gestaltetes Gotteshaus.

Der Strukturwandel kam mit der Bonner Republik: Kaum ein anderer Ort veränderte sich aufgrund des Ausbaus der provisorischen Bundeshauptstadt so sehr wie Röttgen. Die Ansiedlung von Ministerien und Behörden sowie die Erweiterung der Unikliniken auf dem Venusberg ließen das bis dahin eher landwirtschaftlich geprägte Dorf am Rande des Kottenforstes zur bevorzugten Wohngegend avancieren. Geschäfte, Kirchengemeinden, Kindergärten und Schulen mussten auf die gestiegene Einwohnerzahl reagieren.

Mitte der 1960er Jahre besuchten durchschnittlich rund 1000 Gläubige die sonntäglichen Gottesdienste. Viel zu viel für die kleine Venantiuskapelle. Ende 1966 stand daher fest: Röttgen braucht eine neue Pfarrkirche. Am 17. Juni 1968 – also vor 50 Jahren – wurde schließlich nach den Plänen von Heinrich Dölken der Grundstein für ein neues Gotteshaus am Herzogsfreudenweg gelegt. Zuvor, am 24. Februar 1968, folgte Josef Kardinal Frings dem Wunsch der Röttgener und bestimmte, dass Kirche und Pfarre den Namen „Christi Auferstehung“ tragen sollen.

Die Arbeiten gingen rasch voran. Bei Schnee und Eis zogen bereits Karsamstag 1970 die Gläubigen mit Osterkerzen in einer feierlichen Lichterprozession in die neue Kirche ein. Mit der Osterkerze vorweg betraten die Röttgener am 29. März 1970 erstmals ihr neues Gotteshaus.

Offiziell geweiht wurde die Kirche schließlich am 29. August 1971. Zur gleichen Zeit wurde auch die neue Klais-Orgel mit 22 Registern eingebaut. In das Grab des Altars waren Reliquien Kölner Märtyrer sowie die des Heiligen Hermann-Josef aus Steinfeld gelegt worden.

Modernes Backsteinmauerwerk, Ziegelwände, Sichtbeton und eine plastische Deckenkonstruktion: Auf den ersten Blick ist Christi Auferstehung ein modernes, schlicht und reduziert gestaltetes Gotteshaus. Doch auf den zweiten Blick offenbart die Röttgener Pfarrkirche ein anderes Gesicht: Mit dem alten Wegekreuz aus dem Kottenforst auf dem Vorplatz, dem Corpus Christi im Eingangsbereich (vermutlich um 1420), der Mutter Gottes (um 1380) am kleinen Marienaltar sowie der modernen, achteckigen Bronzekrone mit einem barocken Elfenbeinkruzifix (18. Jahrhundert) schafft das Gebäude den Spagat zwischen historischem Kleinod und moderner Architektur.

Mittelpunkt der Kirche ist die kostbare Bronzekrone über dem Altar. Sie wurde Anfang 1983 nach einem Entwurf des Bildhauers Karl-Matthäus Winter gefertigt und besteht aus vier giebelförmigen Haupt- sowie vier rechteckigen Nebenfeldern. Zum Kirchenschiff hin ist Golgatha dargestellt. In der Mitte hängt ein altes Kreuz mit einem filigran gearbeiteten Corpus aus Elfenbein. Das Kreuz stand wahrscheinlich einst in einer kleinen Betnische neben dem Salon im Erdgeschoss des Kurfürstlichen Schlosses.

1992/1993 ließ die Gemeinde einen 24 Meter hohen frei stehenden Kirchturm errichten. Seit 2001 wird die Turmhaube von vier Posaune blasenden Engeln gekrönt. Sie sind nach Entwürfen von Elmar Hillebrand gefertigt.

Eine Feier anlässlich der Grundsteinlegung vor 50 Jahren ist nicht geplant. Allerdings wird bereits ein anderes Jubiläum der Kirchengemeinde in Röttgen und Ückesdorf vorbereitet. Denn im September besteht die Hubertuskapelle 300 Jahre. Das kleine Fachwerkgebäude wurde 1718 von Michael Rheindorf, Vikar am Bonner Cassius-Stift, erbaut. Dieses Ereignis soll am 15. September gefeiert werden.

Ihr Gemeindefest feiert die katholische Pfarrgemeinde Christi Auferstehung an diesem Sonntag, 10. Juni, rund um das Pfarrzentrum. Nach der Familienmesse um 9.30 Uhr ist ein fröhliches Beisammensein und ein Programm für Groß und Klein vorgesehen. Der Erlös fließt zu 80 Prozent in die Renovierung der Venantiuskapelle