Museum zieht Bilanz zum Jubiläumsjahr 2017

Großer Besucherandrang auf Bundeskunsthalle Bonn

Glänzende Bilanz: Intendant Rein Wolfs.

Glänzende Bilanz: Intendant Rein Wolfs.

Bonn. Die Bundeskunsthalle fährt mit 610.000 Besuchern im Jahr 2017 eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte ein. Spitzenreiter waren die Iran-Schau und der Paradiesgarten auf dem Bonner Museumsplatz.

Die Bundeskunsthalle knüpft zahlenmäßig an die besten Jahre ihrer Geschichte an – die vor dem Skandaljahr 2007 liegen – und setzt sich mit 610.000 Ausstellungs- und Veranstaltungsbesuchern in die Spitzengruppe bundesdeutscher Ausstellungshäuser. Auch europaweit kann sich dieses Ergebnis sehen lassen.

Im Jubiläumsjahr 2017 – 25 Jahre Bundeskunsthalle – hat das Haus im Vergleich zum Vorjahr nochmals um fast zehn Prozent zugelegt. Das Ausstellungsjahr hat einen Überraschungssieger: Dass die sensationelle Ausstellung „Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste“, begleitet von dem zauberhaften persischen Garten („Die Erfindung des Paradieses“), der wie eine Fata Morgana orientalisches Flair auf den sonst so kargen (und langweiligen) Museumsplatz brachte, gut laufen würde, war zu erwarten. Dass es mehr als 230.000 Besucher wurden, die das Ensemble sahen, ist eine Überraschung.

Ein Renner ist offenbar auch die viel diskutierte und mit großem internationalen Interesse wahrgenommene „Bestandsaufnahme Gurlitt. Der NS-Kunstraub und die Folgen“, die Anfang November startete und noch bis zum 11. März läuft. 70.000 Besucher hat die exzellente Dokumentation bereits ins Haus gelockt. Stolze Zahlen präsentiert die Bundeskunsthalle auch für ihre Rahmenprogramme. So nahmen im Jahr 34.000 Menschen an 1730 Führungen teil. Hinzu kamen 258 Workshops mit über 4000 Teilnehmern sowie im Bereich Inklusion und Integration 178 Veranstaltungen.

Erneut profilierte sich die Bundeskunsthalle mit fantasievollen Formaten wie dem Comics-Sommer-Club für Kinder zur Ausstellung „Comics!“ oder der neuen Programmreihe „live arts“, die sich den darstellenden Künsten Tanz, Theater, Musik und Performance widmet. Bewährt hat sich die Wednesday-Late-Art-Reihe mit rund 1000 Besuchern.

Führend ist die Bundeskunsthalle auf dem Feld der Inklusion: Im „Pilot Inklusion“, das im Jahr 2017 seinen Abschluss fand, entwickelte die Bundeskunsthalle gemeinsam mit Museen und Verbänden inklusive und barrierefreie Vermittlungsmodule in Ausstellungen und integrierte sie als Gesamtkonzept in der Ausstellung „Wetterbericht. Über Wetterkultur und Klimawissenschaft“.

„In diesem Jahr ging es nicht nur um Kunstgenuss, sondern auch um künstlerische Haltung, um Crossover, um gesellschaftspolitische Positionierung und Diskurs“, sagte Intendant Rein Wolfs am Mittwoch anlässlich der Bilanz 2017.