Studie der Bertelsmann-Stiftung

Große Unterschiede bei Kita-Gebühren in der Region

Die Gebühren für Kita-PLätze sind in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden. Und auch auf kommunaler Ebene gibt es Unterschiede.

Die Gebühren für Kita-PLätze sind in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden. Und auch auf kommunaler Ebene gibt es Unterschiede.

Bonn. Die Kosten für Kinderbetreuung sind in Deutschland laut einer Studie ungleichmäßig verteilt, zeigt eine neue Studie. Auch in Bonn und der Region gibt es große Unterschiede.

Die Studie ElternZOOM 2018 der Bertelsmann-Stiftung zeigt vor allem eines: Die Kosten für Kinderbetreuung belasten Eltern in Deutschland unterschiedlich stark. Von Bundesland zu Bundesland gibt es jeweils andere Regelungen, und selbst von Kommune zu Kommune schwanken die Beiträge teilweise stark.

In Bonn sowie allen Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises gibt es soziale Staffelungen, in welcher Höhe Eltern Beiträge für die Betreuung ihrer Kinder in einer Kita zahlen müssen. Zudem sind die Beiträge nach der Anzahl der Betreuungsstunden (zumeist 25, 35 oder 45 Stunden wöchentlich) unterteilt.

In jeder Kommune gibt es eine Untergrenze, bis zu der kein Kitabeitrag fällig wird. Während in Alfter, Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth, Swisttal, Wachtberg und Windeck - also den Kommunen, die das Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises betreut - sowie in Rheinbach bereits ab einem Jahreseinkommen von mehr als 12.271 Euro brutto Beiträge gezahlt werden müssen, liegt die Grenze in Lohmar, Meckenheim, Siegburg und Troisdorf bei 20.000 Euro.

Insgesamt gibt es laut Satzungen der Kommunen acht (Rhein-Sieg-Kreis) bis 22 (Lohmar) Einkommensstufen, nach denen die Beiträge für die Kinderbetreuung geregelt werden. Der Höchstsatz schwankt zwischen rund 85.000 Euro und 125.000 Euro jährlichem Brutto-Familieneinkommen.

Kitabeiträge schwanken stark

Die Kitabeiträge schwanken von Kommune zu Kommune. In Troisdorf müssen Eltern in der höchsten Einkommensstufe ab 120.000 Euro für ein unter dreijähriges Kind in Vollzeitbetreuung (45 Stunden) 805 Euro pro Monat zahlen. In Bornheim werden für die gleiche Betreuungsstufe nur 441,87 Euro fällig. In Bonn kostet die Betreuung zwischen 26 Euro für ein Ü-3-Kind, das 25 Stunden betreuut wird, bis 512 Euro für ein U-3-Kind mit 45 Stunden. In Bad Honnef beginnen die Beiträge bei 16 Euro, die höchste Stufe liegt bei 698 Euro. In Lohmar ist auffällig, dass die Beiträge für die 25- und die 45-Stunden-Betreuung verhältnismäßig nicht weit auseinanderliegen: Etwa 50 bis 80 Euro mehr kosten dort 20 Stunden Betreuung mehr pro Woche.

Deutlich wird, dass sich die Beiträge auch auf kommunaler Ebene teils deutlich unterscheiden und Eltern somit auch in Bonn und Region ungleich belastet werden. Dass vor allem einkommensschwache Familien durch die Gebühren stark belastet werden, lässt sich rein durch die Zahlen der Kommunen jedoch nicht decken: Wer ein sehr geringes Einkommen hat, muss in der Regel gar nichts oder kleine Beiträge für die Kita zahlen.

"Wichtig zu wissen ist, dass unsere Studie auf einer Befragung der Eltern beruht", betont Anette Stein von der Bertelsmann-Stiftung. Denn was Städte und Gemeinden in ihren Satzungen als Elternbeiträge festlegen und was Eltern tatsächlich zahlen, könne sich teils deutlich unterscheiden, etwa wenn Kindertagesstätten unterschiedlicher Träger zusätzliche Beiträge erheben.

Hinzu kommen die Aufwendungen für das Essen der Kinder sowie Ausflüge, die sich ebenfalls unterscheiden und zudem - was die Stiftung kritisiert - im Gegensatz zu den Elternbeiträgen völlig einkommensunabhängig gezahlt werden müssen. Auch das kritisiert die Bertelsmann-Stiftung. Unterschiede machen auch die Geschwisterkind-Regelungen, die sich ebenfalls von Kommune zu Kommune unterscheiden können.

Hier können Sie die Studie als PDF downloaden.