Stadtwald in Bonn

Grüne fordern Pferde statt Maschinen bei Holzernte

Holzernte im Stadtwald: Mit schwerem Gerät wird das Holz aus dem Wald geschafft.

Holzernte im Stadtwald: Mit schwerem Gerät wird das Holz aus dem Wald geschafft.

Venusberg. Können Pferde die Arbeit besser und auch günstiger erledigen? Die Bonner Grünen glauben das und berufen sich dabei auf den bekannten Förster Peter Wohlleben.

Noch bis Ende Februar läuft die Holzernte im Bonner Stadtwald, und zwar mit schwerem Gerät. Das ist den Bonner Grünen ein Dorn im Auge, wenn dann Harvester (fahrbare Holzerntemaschine), Forwarder (Stammtransporter) und Knickschlepper im Einsatz sind und durch ihr hohes Gewicht den Waldboden verdichten.

„Da dies für den Boden schlecht ist, wäre es wünschenswert, den Einsatz der großen Maschinen zu reduzieren beziehungsweise andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen“, regen die Grünen an. Und sie haben auch schon eine Vorstellung, welche das sind. Denn sie fragen die Verwaltung, ob man nicht Pferde einsetzen könne. Konkret sind es sogenannte Rückepferde. Wie viel Prozent des Holzeinschlags wird auf diese Weise betrieben, will die Fraktion wissen. Und was bedeutet das für die Kosten?

Die Anregung geht zurück auf eine Meinung des Försters Peter Wohlleben aus der kleinen Eifelgemeinde Hümmel, der in der GA-Ausgabe vom 3. Januar 2017 zur Vereinbarkeit von Naturschutz und Waldwirtschaft die These vertreten hatte: Die Holzernte verdichte den Waldboden bis zu einer Tiefe von zwei Metern so sehr, dass er kein Wasser mehr speichern könne, und das sei ein größeres Problem als Spaziergänger im Wald. Ergo: Die Erntemaschinen müssten aus dem Forst verbannt werden. Er selbst tut das übrigens in seinem Forstrevier und setzt stattdessen auf Rückepferde und Waldarbeiter. Das lohne sich auch betriebswirtschaftlich.

Auf diese Aussage berufen sich nun die Grünen. Wie viel Holz wird derzeit mit Vollerntern oder manuell geerntet, wollen sie von der Stadt wissen. Die Antworten werden am 25. Januar in der Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg erwartet, wo die Anfrage auf der Tagesordnung steht.

Die Stadt hat die Waldarbeiten auf einer Fläche von 45 bis 50 Hektar unter das Stichwort Naturverjüngung gestellt. Dadurch sollen die verbleibenden Bäume mehr Licht und Luft bekommen, erklärte bei einem Pressetermin im Dezember die städtische Forstbehörde. Sie will ungefähr 1500 bis 2000 Festmeter einschlagen lassen, das entspricht mehreren Tausend Bäumen. Die Schäden im Waldboden durch die schweren Fahrzeuge will die Stadt im Frühjahr beseitigen. Sie hat spezielle Rückegassen eingerichtet, die gewährleisten sollen, dass höchstens zehn Prozent der Waldfläche befahren werden.