Vorstandswahl bei den Bonner Grünen

"Grüne Idee" soll in Bonner Ratskoalition weiter sichtbar sein

Der neue Fraktionsvorstand mit Ombudsmann Carlos Echegoyen (von links), Beisitzerin Angelica Kappel, den Sprechern Hartwig Lohmeyer und Brigitta Poppe-Reiners sowie Arbeitgebervertreter Stefan Freitag und der Vertreterin der Bezirksvertretungen Doro Schmitz.

Der neue Fraktionsvorstand mit Ombudsmann Carlos Echegoyen (von links), Beisitzerin Angelica Kappel, den Sprechern Hartwig Lohmeyer und Brigitta Poppe-Reiners sowie Arbeitgebervertreter Stefan Freitag und der Vertreterin der Bezirksvertretungen Doro Schmitz.

Bonn. Nach der Wahl des neuen Vorstands bei den Bonner Grünen verspricht Brigitta Poppe-Reiners Kontinuität in der Koalitionsarbeit mit CDU und FDP.

Die Grünen-Ratsfraktion geht mit einem neuen Vorstand in die zweite Hälfte dieser Ratsperiode. Als Sprecherin bestätigten die Mandatsträger Brigitta Poppe-Reiners im Amt. Ratsherr Harwig Lohmeyer ist Nachfolger von Peter Finger, der nicht mehr kandidiert hat.

Poppe-Reiners erhielt mit 15 von insgesamt 23 Stimmen die meisten Voten. Lohmeyer kam auf 13-Ja Stimmen. Ihre Mitbewerber Annette Standop und Tim Achtermeyer unterlagen. Als Beisitzerin gewählt wurde Bürgermeisterin Angelica Kappel. Carlos Echegoyen gehört dem Vorstand als Ombudsmann an, Ratsherr Stefan Freitag als Arbeitgebervertreter und Doro Schmitz als Vertreterin der Bezirksvertretungen.

„Ich freue mich sehr über das deutliche Ergebnis“, sagte Lohmeyer anschließend. Der 60-Jährige mischt seit 25 Jahren in der Bonner Kommunalpolitik mit. Dem Rat gehört er seit 2009 an. Poppe-Reiners erklärte, der neue Fraktionsvorstand stehe als Partner der Ratskoalition für Kontinuität, allerdings müsse auch in Zukunft „die Grüne Idee“ weiter gut sichtbar in der Arbeit von Jamaika sein, machte sie deutlich. Die Wahl Lohmeyers, planungs- und verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, sieht sie auch im Zusammenhang mit der künftigen Schwerpunktsetzung in der Arbeit des Rates, wie Verkehr und Bauen. „Wir müssen in der Koalition darauf achten, dass wir bei diesen Themen nicht wie vor der Sommerpause unvorbereitet in den Rat gehen“, sagte sie. Damals war es zwischen den Bündnispartnern im Zusammenhang mit der Ausweisung neuer Wohnbaugebiete zu einem offenen Krach gekommen.

Aufmerksam verfolgt haben die Vorstandswahl der Grünen nicht nur die Partner aus CDU und FDP, sondern auch die Opposition. „Wir sind gespannt, wie die Zusammenarbeit in der Ratsmehrheit mit dem neuen Führungsduo läuft“, sagte SPD-Chefin Bärbel Richter. Für sie stehe Lohmeyer für eine ausgewiesene Grünen-Politik. „Ich könnte mir vorstellen, dass im Rat deshalb öfter als bisher um Lösungen gerungen werden muss.“ Während hinter vorgehaltener Hand in den Reihen von CDU und FDP das ähnlich gesehen wird, geben sich ihre Spitzen gelassen. Schließlich gebe es den Koalitionsvertrag, dessen Umsetzung das Ziel sein müsse, so Georg Fenninger (CDU) und Werner Hümmrich (FDP). „Allerdings dürfen die Grünen den Bogen nicht überspannen“, warnte Fenninger.