Erfolg bei "Die Höhle der Löwen"

Gründer Frank Heck aus Bonn erklärt seine "MySchleppApp"

Bonn. Am Dienstagabend war der Bonner Abschleppunternehmer Frank Heck mit Partner Santosh Satschdeva in der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" zu sehen. Wir haben mit Gründer Heck über seine Abschlepp-App gesprochen.

"Wir finden Ihren nächsten Abschlepp- und Pannendienst! Schnell, unkompliziert und deutschlandweit zu fairen Preisen!" So werben die Erfinder der MySchleppApp auf ihrer Webseite für ihr Angebot. Das Konzept dahinter: Autofahrer brauchen keine jahrelangen Gebühren mehr für die Mitgliedschaft in einem Automobil-Club zahlen, sondern müssen nur noch im Schadensfall für einen Abschleppdienst aufkommen. "Günstige Pannenhilfe mit nur einem Klick" soll die kostenlose MySchleppApp bieten. Den zeitlichen Unterschied macht eine direkte Vermittlung über die App zu den Abschlepppartnern ohne den Umweg über ein Call Center.

Wie entstand die Idee zu der MySchleppApp?

Frank Heck: Die Idee hatte ich schon, bevor ich Santosh kennengelernt habe. Ich bin Abschlepper, von IT habe ich natürlich keine Ahnung. Bei meinem Bonner Pannen- und Abschleppdienst hatte ich schon einige Kunden, die bei der Telekom arbeiten. Da habe ich öfter mal nachgefragt, ob so eine App möglich wäre. Als ich Santosh von meiner Idee erzählte, ist er sofort darauf angesprungen. Er hatte selbst gerade Ärger mit seinem Automobil-Club und hatte sich schon oft über lange Wartezeiten aufgeregt. Santosh ist IT-Experte und kam damit wie gerufen für meine Idee. Wir überlegten, wie man den Abschlepp-Service digitalisieren könnte. Wir haben uns dann mehrmals getroffen und Pläne geschmiedet. Nach der Firmengründung im Januar 2016 haben wir uns erstmal um den bürokratischen Aufwand gekümmert und unsere Firma ordentlich aufgestellt. Dann ging es mit der Entwicklung los. Santosh kümmert sich um die IT und den Vertrieb, ich stelle den Kontakt zu unseren Partnern her.

Wer hat sich den Namen für die App ausgedacht?

Heck: (lacht) Wir sind ja sozusagen das "MyTaxi" für Abschleppdienste. Daher kommt das "My". Dann haben wir ein bisschen hin und her überlegt und sind über Wortspiele mit "Abschleppen" und "App" auf "MySchleppApp" gekommen. Manchen mussten wir schon erklären, dass wir keine neue Dating-App sind. Aber ansonsten ist das doch ein lustiger Name.

Wie haben Sie Ihren Auftritt bei "Die Höhle der Löwen" erlebt?

Heck: Also insgesamt machen die es einem als Start-up oder Gründer ziemlich leicht. Die Atmosphäre war sehr angenehm und die Investoren waren echt nett. Natürlich musste man gut vorbereitet sein und seine Zahlen parat haben. Die Befragung dauerte immerhin eineinhalb Stunden. Aber ich würde es wirklich jedem Gründer weiterempfehlen, an "Die Höhle der Löwen" teilzunehmen. Für uns war das eine sehr positive Erfahrung.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Show? Waren Sie überrascht von dem positiven Zuspruch?

Heck: Eine Überraschung war das auf jeden Fall. Mit so vielen positiven Reaktionen hatten wir nicht gerechnet. Unsere Hoffnung war aber in erster Linie, Medienpräsenz zu bekommen und unserem Produkt Markenbekanntheit zu verschaffen. Wir haben ja auch einen ziemlich großen Konkurrenten. Daher müssen wir unseren Namen erstmal im Gedächtnis unserer potenziellen Kunden platzieren. Dass wir dann gleich mehrere Angebote bekamen und sogar einen Investor für uns gewinnen konnten - besser hätte es nicht laufen können.

Wie haben Sie die Sendung verfolgt?

Heck: Wir haben mit unseren Freunden, Bekannten und Kollegen in der Firma in Köln gefeiert. Da ging es natürlich ordentlich rund. Die Sendung haben wir per Public Viewing verfolgt.

Wie lange mussten Sie nun Stillschweigen bewahren, seit die Sendung aufgezeichnet wurde?

Heck: Die Sendung wurde im April aufgezeichnet, ich glaube es war Anfang des Monats. Seitdem mussten wir uns ruhig verhalten und haben heimlich weiter Pläne geschmiedet.

Wie und in welchem Zeitraum haben Sie es geschafft, so viele Partner für Ihr Projekt zu gewinnen?

Heck: Offiziell ging unsere Firma am 1. Januar 2016 an den Start. Im Februar 2016 haben wir damit begonnen, Partner zu suchen. Im Juli 2016 hatten wir bereits 250 Partner. Inzwischen sind es über 500. Ich komme ja selbst aus der Branche, wenn man mit den Kollegen spricht, versteht man sich eigentlich auf Anhieb. Unser Ziel ist es, das größte Partnernetz Deutschlands aufzubauen. Da würden wir uns dann, wenn man alle Abschleppdienste und kleinen Werkstätten mit Abschlepp-Service einrechnet, zwischen 1500 und 2200 Betrieben bewegen. Mit 1800 ständen wir schon ziemlich gut da.

Apropos Pläne - wie geht es nun weiter?

Heck: Unsere Idee war es, den Menschen eine Alternative zum Automobil-Club zu bieten. Da Abschleppdienste teilweise genauso einen schlechten Ruf wie Schlüsseldienste haben, wurde die Sache für unsere potenziellen Kunden transparenter und fair gestaltet. Die haben ja einen ähnlich schlechten Ruf wie Schlüsseldienste. Wir haben die Sache für unsere potenziellen Kunden transparenter gemacht und werfen die Frage in den Raum: Lohnt es sich überhaupt, so viel für eine Club-Mitgliedschaft zu zahlen? Wenn man sich mal fragt, wie oft man überhaupt eine Panne hat und einen Abschleppdienst benötigt, ist die Rechnung ziemlich eindeutig. Das Problem bei den Automobil-Clubs ist, dass sie Deutschland in Gebiete aufteilen und nicht so viele Abschlepppartner haben wie wir. Unsere MySchleppApp bietet Kunden den nächstgelegenen Abschlepper in einem Umkreis von zehn bis 15 Kilometern. Wer eine Panne hat, muss nicht länger als 25 bis 35 Minuten warten. Mit unseren Einsatzzeiten liegen wir ziemlich gut. Das wollen wir natürlich beibehalten, auch indem wir unser Partnernetz ausbauen.