Patent von Friedrich Soennecken

Google ehrt die Bonner Erfindung des Lochers

Das Google-Doodle zum Locher.

Das Google-Doodle zum Locher.

Bonn. 131 Jahre wird der Locher an diesem Dienstag alt, Google ehrt den Bürohelfer daher zum Geburtstag mit einem Doodle. Erfunden wurde der Locher von einem Bonner Unternehmer.

"Klein oder groß - lochen famos!" Mit diesem Slogan wurde vor vielen Jahrzehnten für den Locher geworben. Heute ist der "famose" Helfer aus keinem Büro und von keinem Schreibtisch mehr wegzudenken - und tanzt für einen Tag auf der Google-Startseite. Der Grund: Am 14. November 1886, vor genau 131 Jahren, wurde das Patent für den Bürohelfer angemeldet.

Wer die Startseite der Suchmaschine öffnet, wird mit dem Google-Schriftzug in den typischen Farben begrüßt. Die Buchstaben jedoch bestehen aus den ausgestanzten Papierschnipseln. Ein blaues Papierblatt ersetzt das zweite "g", ein über dem "o" lauernder Locher stanzt zwei Augen aus, das Papier fängt voller Freude an zu tanzen.

Seinen Ursprung hat der Locher in Bonn, erfunden hat ihn Friedrich Soennecken. Am 14. November 1886 wurde dem Kaufmann und Unternehmer vom Kaiserlichen Patentamt das Patent 40065 für den von ihm erfundenen - so wörtlich - "Papierlocher für Sammelmappen, Briefordner u. dergl." erteilt. Soennecken gründete seine Firma 1875 in Remscheid, ein Jahr später zog diese nach Bonn.

Auch der Locher ist eine Erfindung von Friedrich Soennecken, die seine Firma von 1886 bis 1968 in Bonn produzierte.

Der Locher ist eine Erfindung von Friedrich Soennecken, die seine Firma von 1886 bis 1968 in Bonn produzierte.

 

Seinen ersten Erfolg feierte der gebürtige Sauerländer schon vorher mit dem Entwurf einer neuen Art von Schreibfeder. Soennecken entwickelte auf Grundlage der damals verbreiteten Spitzfedern die metallene Rundschreibfeder, mit der in gleicher Schriftbreite geschrieben werden konnte.

Soennecken gilt außerdem als Erfinder des Aktenordners, den er 1886 als „Briefordner“ auf den Markt brachte. Er entwickelte außerdem den Umlegekalender, auch das Ringbuch brachte er 1903 auf den Markt. Heute erinnern unter anderem die Friedrich-Soennecken-Straße in Poppelsdorf sowie das familieneigene Mausoleum auf dem Poppelsdorfer Friedhof an den Büromittelhersteller. Von Bonn aus schaffte es der Locher von Soennecken in die ganze Welt - und erobert dank Doodle an diesem Dienstag auch die virtuelle.