Staus auf der Friedrich-Ebert-Allee

Gesperrte B9 in Bonn sorgt für Verkehrschaos

Bonn. Seit dem frühen Dienstagmorgen ist die Friedrich-Ebert-Allee teilweise gesperrt, da krebserregende Baustoffe im alten Straßenbelag gefunden wurden. Bei Autofahrern ist daher Geduld gefragt.

Als ob man es nicht eigentlich geahnt hätte: Die Sperrung der Friedrich-Ebert-Allee wegen Bauarbeiten hat am Dienstagmorgen zu Verkehrschaos geführt. Wie berichtet, saniert das Tiefbauamt auf dem zweispurigen Stück ab der Ollenhauerstraße die Fahrbahndecke – und zwar noch bis kommenden Sonntag. Betroffen ist nur die Fahrtrichtung von Bonn in Richtung Bad Godesberg.

Hintergrund: Viele Autofahrer ignorierten am Morgen die von der Stadt vorgeschlagene Umleitung, was das Durcheinander perfekt machte und für lange Wartezeiten sorgte. Eigentlich soll jeder am großen Kreisverkehr nach rechts zur Maria-Kahle-Allee fahren, um dann über Oscar-Romero-, Nahum-Goldmann- und Olof-Palme-Allee zurück zur B9 zu kommen. Für diesen Weg entschieden sich aber nur einige Autofahrer.

 

Ein Bauarbeiter schüttelte an der Absperrung an der Einmündung Ollenhauerstraße darüber nur den Kopf: „Das geht hier den ganzen Tag schon so“, sagte er. Das Problem: Über diese Route darf man am Bahnübergang vor dem Friedrich-Ebert-Gymnasium gar nicht nach links in Richtung Godesberg abbiegen. Einige fuhren dann zurück in Richtung Museumsmeile, andere warteten, bis mal wieder die Schranken für kurze Zeit hoch gingen, um über die Dottendorf und Friesdorf in Richtung Süden zu gelangen. Für Unternehmen wie die Postbank und Telekom wird es in diesen Tagen auch schwieriger, da ihre Zentralen nicht mehr direkt von der Friedrich-Ebert-Allee aus angefahren werden können.

 

Krebserregende Baustoffe

Ursprünglich war geplant, die Straße lediglich am letzten Ferienwochenende zu sanieren. Zur längeren Sanierungsdauer kam es durch eine Bodenanalyse im Juli: Im Unterbau waren krebserregende Baustoffe festgestellt worden. Durch den Fund muss Stefanie Zießnitz vom Presseamt zufolge fünf Mal mehr Straßenbelag abgefräst und entsorgt werden. Es handele sich um einen mit PAK belasteten, bituminösen Unterbau. PAK sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und nachweislich krebserregend. Teer enthält einen hohen Anteil von PAK. Daher ist die Verwendung von Teer laut Zießnitz im Straßenbau seit den 1970er Jahren verboten. Stattdessen werde Asphalt eingebaut.

Heutzutage wird im Asphaltstraßenbau ausschließlich Bitumen als Bindemittel verwendet. Bei Straßen, die bis in die 1970er Jahr hinein saniert und gebaut wurden, seien solche Funde noch möglich. Deshalb fänden vor den Straßenbauarbeiten in der Regel Probebohrungen statt, um Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Straßenunterbaus zu erlangen und um vorab die Dauer der Maßnahme und die Kosten zu kalkulieren.

Etwas Gutes hat der Stau dennoch für die Autofahrer: Niemand wird derzeit wohl in den Blitzer reinrasseln, der in Höhe Bundeskunsthalle steht.

Die aktuelle Verkehrslage