Krankenhäuser in Bonn

Gesellschafter stimmen Fusion zu

BONN. Das Bonner Petruskrankenhaus soll für 50 Millionen aus- und umgebaut werden. Das Haus Sankt Elisabeth des Gemeinschaftskrankenhauses schließt.

Die Gesellschafterversammlung des Gemeinschaftskrankenhauses in der Südstadt unterstützt die Pläne der Geschäftsführung, die nahe beieinander gelegenen Häuser Sankt Petrus und Sankt Elisabeth künftig an einem Standort im Haus Petrus am Bonner Talweg zusammenzuführen. Das teilte Krankenhausoberer Christoph Bremekamp dem GA auf Anfrage mit.

Nun können die Vorbereitungen für das umfangreiche Bauprojekt, das voraussichtlich 40 bis 50 Millionen Euro kosten wird und von dem sich das Krankenhaus erhebliche Synergieeffekte erhofft, weiter voranschreiten. „Die Gesellschafter stehen hinter der Sinnhaftigkeit der Einhäusigkeit, und wir sind optimistisch, dass die Bauarbeiten im vierten Quartal dieses Jahres beginnen können“, sagte Bremekamp. Die Klinik wird von den Barmherzigen Brüdern Trier (BBT-Gruppe), der Marienhauskliniken GmbH der Franziskanerinnen zu Waldbreitbach und der Johannisstiftung Bonn betrieben.

Das Vorhaben ist ziemlich komplex. Beispiel: Die Kapelle wird gerade ins Erdgeschoss verlagert, denn der jetzige Standort in der fünften Etage wird während der Bauzeit als Krankenstation benötigt, um während der Bauarbeiten als Pufferraum zu dienen. Unter dem jetzigen Parkplatz mit 40 Stellplätzen würde als erstes eine Tiefgarage entstehen. Darauf wird ein Neubau hochgezogen.

Im Kern ist die Idee, die Lücke zwischen dem Krankenhaus- und dem Verwaltungstrakt aufzufüllen und die bestehenden Gebäude sukzessive auszubauen. Bremekamp betonte ausdrücklich: „Die Zahl der Betten bleibt ebenso erhalten wie die Zahl der Mitarbeiter.“ Derzeit verfügen beide Häuser über insgesamt 479 Betten. Das Gemeinschaftskrankenhaus beschäftigt 1000 Mitarbeiter.

Wann der Umzug von Haus Elisabeth mit sämtlichen Abteilungen von Gynäkologie bis zur Inneren Medizin und Chirurgie und Geriatrie erfolgt, ist noch nicht abzusehen. Der Krankenhausoberer betonte aber, „wir wollen das Projekt zügig in den kommenden Jahren durchführen“. Wie schnell es geht, ist auch von der Stadt abhängig. Für das Vorhaben ist eine Änderung des vorliegenden Bebauungsplans notwendig. Die Fassadengestaltung soll, so Bremekamp, den Charme der Südstadt widerspiegeln.

Weiterhin gibt es noch keine Entscheidung, was mit dem Haus Elisabeth an der Ecke Prinz-Albert-Straße und Loestraße passieren wird. Ob das Gemeinschaftskrankenhaus das Areal verkaufen oder selbst bewirtschaften will, sei noch nicht klar, so Bremekamp.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) hat in diesem Zusammenhang nun eine Teiländerung des Bebauungsplans gefordert, um „Fehlentwicklungen von vorne herein möglichst zu verhindern“. Ein entsprechender Antrag auf Prüfung liegt der Stadtverwaltung vor und wird im Planungsausschuss auf der Tagesordnung stehen. Der aktuelle Bebauungsplan setzt ein Baugrundstück für den Gemeinbedarf Krankenhaus fest – mit höchstens vier Geschossen an Prinz-Albert- und drei Geschossen an der Loestraße.

Geht es nach dem BBB, soll ein etwaiges Bauvorhaben „nur unter Berücksichtigung der für das Villenviertel charakteristischen Blockrandbebauung ausgeführt werden dürfen“. Eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung sei geboten. BBB-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmitt: „Wir wollen mit unserer Initiative vermeiden, dass die Stadt die städtebauliche Entwicklung dieses wichtigen Areals Dritten überlässt und am Ende eine Planung herauskommt, die überwiegend wirtschaftlichen Interessen folgt, aber dem sensiblen Umfeld nicht gerecht wird.“

Aus Sicht der Stadt ist eine Änderung des Bebauungsplans zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig, heißt es in einer Stellungnahme auf den BBB-Antrag. Die Festsetzung von Gemeinbedarfsflächen sei gewährleistet. Zudem sei „noch nicht geklärt, ob die Betreiber des Gemeinschaftskrankenhauses nicht auch gesundheits- oder gemeinbedarfsaffine Nutzungen im Sinne ihres Betriebszwecks dort realisieren möchten“. Letzteres erscheint aber doch eher unwahrscheinlich. Das Gemeinschaftskrankenhaus betreibt bereits ein Gesundheitszentrum an der Kölnstraße (das ehemalige Krankenhaus Sankt Johannes).

Das Elisabethkrankenhaus wurde 1907 in einer Villa in der früheren Marienstraße von einem Arzt aus Sankt Petrus gegründet. Der heutige Eckbau verfügt über keine Tiefgarage, und auf dem Areal ist es mit der Zeit gerade für Transportfahrzeuge und Pkw sehr eng geworden.