Geldstrafe für Bonner Autor

Gericht verurteilt Pirincci wegen Volksverhetzung

Symbolfoto

Symbolfoto

Bonn. Der Bonner Autor Akif Pirincci muss für ein Pamphlet zur Kölner Silvesternacht 5100 Euro Geldstrafe zahlen. Für ihn ist es die dritte Verurteilung innerhalb von wenigen Jahren.

Es ist bereits das dritte Mal, dass sich Akif Pirincci, einst erfolgreicher Autor des Katzenkrimis „Felidae“, wegen Beleidigung vor dem Bonner Amtsgericht verantworten musste. Diesmal wurde dem 58-jährigen Bonner zudem Volksverhetzung vorgeworfen. Zehn Tage nach der Kölner Silvesternacht – am 10. Januar 2016 – hatte er auf seiner Internetseite eine rechtsradikale Hetzschrift mit dem Titel „Freigabe des Fickviehs“ veröffentlicht. Das Pamphlet wurde bis zur Anklageerhebung ein halbes Jahr später 32.000 Mal aufgerufen. Darin mokiert sich Pirincci unter anderem über die „Invasion der kriminellen Lüstlinge“, die sich über deutsche Frauen hermachten, aber auch über „Lügenpresse“, „unfähige Politiker“ oder „feige Polizisten“.

Das Bonner Amtsgericht hat den Angeklagten diesmal wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu 5100 Euro Geldstrafe verurteilt (170 Tagessätze à 30 Euro). Von der Meinungsfreiheit seien solche Äußerungen nicht mehr gedeckt, befand Amtsrichter Dr. Gerd Kathstede nach zwei Verhandlungstagen. Mit dem Pamphlet habe Pirincci die Menschenwürde von Teilen der Bevölkerung verletzt und auch zum Hass aufgestachelt. Pirincci selbst hatte im Vorfeld des Prozesses seinen Beitrag als „eine scharfe und satirische Abrechnung“ mit der Kölner Silvesternacht bezeichnet.

Gericht wertet Aussagen als Beleidigung

Auch die angeklagte Diffamierung einer Kasseler Sexualforscherin via Facebook sei fraglos eine Beleidigung, befand der Amtsrichter. Darin heißt es unter anderem, dass die „sexbesessene Zwangsjacken-Kandidatin“ ihre Professur „offenkundig in einem arabischen Puff erlangt“. Die Wissenschaftlerin gehöre in den Knast und der Schlüssel weggeschmissen.

Pirincci ist bereits in den Jahren 2013 und 2014 zwei Mal wegen Beleidigung zu Geldstrafen von 4000 sowie 8000 Euro verurteilt worden. Es waren ähnliche Diffamierungen. Der Prozess hatte unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden. Die Justiz hatte befürchtete, dass der Autor „seine rechte Anhängerschaft auffordert, zum Prozess zu kommen“. Tatsächlich jedoch war das Interesse eher klein. (ga)