Am Flughafen und auf Pützchens Markt

Gericht verhängt Haft für 28-jährigen Randalierer aus Bonn

Sieg ar Flughafen Köln Bonn Terminal 2

Sieg ar Flughafen Köln Bonn Terminal 2

Bonn. Er wollte nach Mallorca fliegen, doch schon am Flughafen Köln/Bonn war seine Reise zu Ende: Bonner beleidigte Polizistinnen und wütete nach Flugverbot in der Arrestzelle.

Weil ein 28-Jährige alkoholisiert im Sicherheitsbereich Flughafen Köln/Bonn Mitreisende angriff, erließ der Flugkapitän auf Anraten der Polizei ein Flugverbot. Daraufhin ging der Bonner auch die Beamten an. Nicht zum ersten Mal: Schon 2016 hatte er nach einer Schlägerei auf Pützchens Markt zwei Polizistinnen aufs Übelste beleidigt.

Am Dienstag musste sich der einschlägig Vorbestrafte vor dem Bonner Amtsgericht für beide Taten verantworten. Und gab zu: „Ich habe ein Gewaltproblem.“ Aber, so erklärte er verbittert: Bei Stress sei immer er aus der Fantruppe des Bonner SC herausgefischt worden.

Deshalb sei er auch sauer geworden, als zwei Polizistinnen am 11. September 2016 nach einer Schlägerei auf Pützchens Markt seine Personalien haben wollten. Er beleidigte sie mit Bemerkungen, was er sich sexuell mit ihnen vorstelle, unter anderem sagte er: „Ihr seid ja voll hübsch, ihr seid bestimmt gut im Bett.“ Er habe die Frauen nicht beleidigen wollen, beteuerte er nun, nur provozieren. Das aber empfanden die Beamtinnen anders. „Es ist selten, dass man so angesprochen wird“, erklärte eine der beiden als Zeugin und konnte sich an jedes Wort erinnern.

Polizistinnen aufs Übelste erniedrigt

Auch am 12. Juni 2017 hatte der 28-Jährige einiges an Alkohol intus, als er im Sicherheitsbereich des Flughafens ein Paar tätlich attackierte. Die alarmierten Bundespolizisten rieten daraufhin dem Flugkapitän, diesen aggressiven Gast nicht mitzunehmen. Als der 28-Jährige hörte, dass er nicht an Bord durfte, tobte er erst recht. Er beleidigte und bedrohte die Beamten, und als er in eine Arrestzelle kam, demolierte er die Sicherheitstür. „Um so eine Tür zu zerlegen, braucht man schon martialische Kraft“, erklärte ein Polizist im Prozess. Der Schaden betrug knapp 2000 Euro.

Im Großen und Ganzen gab der 28-Jährige die Vorwürfe zu, auch wenn er sich nicht so recht an die sexuellen Beleidigungen erinnern wollte. Und er versicherte: Er habe sich aus allem zurückgezogen, gehe nicht mehr zu Fußballspielen, habe den Fanclub verlassen, arbeite nur noch, gehe dann heim zur Freundin und traue sich kaum noch auf die Straße aus Angst vor Streifenwagen: „Ich bin wie ein Mäuschen.“

Die Strafrichterin warf ihm wie zuvor schon der Staatsanwalt vor, die Polizistinnen aufs Übelste erniedrigt zu haben. Sie stellte ihm jedoch eine „vorsichtige positive Sozialprognose“ und verurteilt ihn zu einem Jahr auf Bewährung wegen Beleidigung in zwei Fällen, Widerstands gegen Beamte, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Denn er war überdies einmal mehr mit Marihuana erwischt worden. Die Richterin warnte ihn: Wenn er nicht an seinem Drogenproblem arbeite und erneut erwischt würde, werde die Bewährung widerrufen und er müsse in Haft. Der 28-Jährige hatte freimütig bekannt: „Ich bin ein Kiffer.“