1. Oktober

Gericht erlaubt Sonntagsöffnung zum Bonn-Fest

Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Geschäfte in der Innenstadt am Sonntag, 1. Oktober, anlässlich des Bonn-Festes geöffnet haben dürfen.

Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Geschäfte in der Innenstadt am Sonntag, 1. Oktober, anlässlich des Bonn-Festes geöffnet haben dürfen.

Bonn. Die Läden in der Bonner Innenstadt dürfen im Rahmen des Bonn-Festes doch am Sonntag, 1. Oktober, von 13 bis 18 Uhr öffnen. Das hat das Verwaltungsgericht Köln am Mittwoch in einem Eilverfahren entschieden.

Mit neuen Partnern und neuen Ideen will die Händler-Vereinigung City-Marketing Bonn ihr 20. Bonn-Fest vom 29. September bis 1. Oktober noch attraktiver gestalten als in den Vorjahren. Man wolle die drei zentralen Plätze der Innenstadt mit Leben füllen, versprach Vorstandsmitglied Karina Kröber bei der Vorstellung des Programms im Haus der Bildung.

Kröber zeigte sich am Donnerstag erleichtert. „Wenn wir an dem Sonntag im Rahmen unseres Bonn-Festes die Läden nicht hätten öffnen dürfen, wäre das für nicht wenige Kollegen ein hoher finanzieller Verlust gewesen, weil sie das Personal, das ja bereits eingeteilt war, hätten bezahlen müssen“, sagte sie.

Das Verwaltungsgericht Köln hatte am Mittwoch in einem Eilverfahren den Antrag der Verdi-Gewerkschaft abgelehnt, den Geschäften am Sonntag, 1.Oktober, die geplante Öffnung von 13 bis 18 Uhr zu verbieten.

Nach dem Ladenöffnungsgesetz muss für die Öffnung von Geschäften am Sonntag ein besonderer Anlass gegeben sein – etwa ein Jahrmarkt. Diese Auflage sah Verdi trotz des Bonn-Festes als nicht erfüllt an. Unter anderem ging es dabei um die Frage, wie viele Besucher das Bonn-Fest an dem Sonntag auch ohne Ladenöffnung besuchen würden.

Ob Verdi nun in die nächste Instanz geht und das Oberverwaltungsgericht in Münster anruft, war am Donnerstag trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu erfahren. Kröber berichtete, City-Marketing habe seinen Dachverband, die Bundesvereinigung City-Stadtmarketing Deutschland (BCSD) gebeten, bei Verdi nachzufragen, wie der Einzelhandel die von Verdi angeforderten Besucherzahlen ermitteln solle.

Bis dato keine Antwort

Eine Antwort liege bis dato nicht vor. „Wir wollen mit unserer Anfrage verhindern, dass man uns seitens der Gewerkschaft später vorwirft, wir hätten falsch gezählt“, erklärte Kröber.

Jannis Vassiliou, Vorstandsvorsitzender des Einzelhandelsverbands Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen, begrüßte ebenfalls die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. „Das weist in die richtige Richtung“, sagte er mit Blick auf das von der neuen CDU/FDP Landesregierung angekündigte Entfesselungsgesetz, das unter anderem eine Liberalisierung der bisherigen Praxis vorsieht.

So sollen neben Festen und Märkten auch die Belebung der Innenstädte, die Unterstützung des Einzelhandels generell und der Erhalt ortsnaher Versorgungsstrukturen als Gründe für die Ladenöffnung am Sonntag ausreichen. Allerdings sei die EHV an einen Konsens mit der Gewerkschaft interessiert, sagte Vassiliou. Deshalb werde er mit Verdi das Gespräch suchen.

Im vergangenen Jahr kamen rund 350.000 Besucher

Die Stadt habe nicht hinreichend begründen können, warum die Läden sonst zum Bonn-Fest geöffnet haben sollten, hatte Verdi argumentiert. Wann und ob das Gericht in der Hauptsache urteilen wird, ließ Seifert offen. Da stets auf den aktuellen Klageanlass Bezug genommen werde, habe ein Urteil im Nachhinein nur protokollarische Qualität. Verdi bleibe nun die Möglichkeit, das Oberverwaltungsgericht in Münster anzurufen.

Im vergangenen Jahr waren nach Veranstalter-Angaben rund 350.000 Besucher zu der Veranstaltung in die Innenstadt gekommen, die von den 80 Händlern des Vereins aus Eigenmitteln und Spenden finanziert wird. Kunden sollten durchaus nach einer Beteiligung der Geschäftsleute fragen, warb Kröber, damit Trittbrettfahrer unter den Geschäftsleuten nicht begünstigt würden.

Erstmals mit dabei ist in diesem Jahr die Bonner Volkshochschule, die sich mit einer eigenen Aktionsfläche am Bottlerplatz beteiligt. Dort werden im 20-Minuten-Takt freies Malen, gemeinsames Singen und Kurz-Workshops für die leicht zu spielende Ukulele stattfinden, kündigte Gabriele Tillmanns, Fachbereichsleiterin für Kunst und Kultur, an. Die Bonner Oper ist am Samstag mit einer Modenschau mit Kostümen aus aktuellen Produktionen dabei und wirbt damit für ihre neue Silvester-Party. Auf dem Remigius-Platz zeigt das Bonner Quidditch-Team sein Können.

Am Alten Rathaus präsentieren sich die „Saints“ Cheerleader aus Siegburg vor ihrer internationalen Turnier-Teilnahme in Disney World in Orlando/USA. Mit der Verpflichtung der Los Manolos für einen Auftritt am Samstag auf dem Münsterplatz ist City-Marketing-Geschäftsführerin Maike Reinhardt ein Glücksgriff gelungen. Die Beueler Combo hatte am vorigen Wochenende in der RTL-Show „Supertalent“ selbst den stets kritischen Dieter Bohlen überzeugt. Für den Termin in Bonn sagten die Band-Mitglieder nun unkompliziert via Facebook zu.