Haus der Bildung

Gerüstbauer fordert 500.000 Euro von der Stadt

Vor dem Haus der Bildung: Claudia Kahler von der Cochemer Gerüstbau GmbH.

BONN. Warum verzögert sich die Fertigstellung des Hauses der Bildung? Die Stadt verwies bereits im Februar darauf, dass am Bau beteiligte Firmen dafür verantwortlich sind. Nun meldet sich ein Handwerker, der behauptet, dass die Stadtverwaltung seine ausgestellten Rechnungen nicht bezahle.

Sein Gerüst will er stehen lassen, bis er sein Geld hat. Von Fehlern bei der Ausschreibung spricht die Cochemer Gerüstbau GmbH, deren Gerüste einen Großteil des Gebäudes am Bottlerplatz derzeit umgeben. Einige davon stünden auch innen im Haus. Die Rede sei davon gewesen, dass alles sechs bis sieben Monate dort bleibe, dafür sei ein Preis von rund 130.000 Euro vereinbart gewesen.

"Jetzt steht das Gerüst schon zwei Jahre", sagt Claudia Kahler, Mitarbeiterin des Betriebs von der Mosel. Und so seien ihre Forderungen mittlerweile auf 500.000 Euro angewachsen. Die eingerüstete Fläche macht laut Kahler 5000 Quadratmeter aus, es werde derzeit auch darauf gearbeitet.

Bislang hat die Stadt rund 125.400 Euro gezahlt, zeigt Kahler auf ihrer mittlerweile sechsten Abschlagsrechnung. "Die Zahlungsmoral ist sehr schlecht." Nur einen kleinen Teil des Gerüsts habe die Firma mittlerweile entfernt, ein anderes Unternehmen aus der Region sei für die Fassadenecke nun beauftragt worden. Dieses Unternehmen will sich selbst zum Fall nicht äußern.

Kahler behauptet, dass die Stadt nun Mängel an der Arbeit suchen würde. Dabei gehe es etwa um fehlende Bohlen. "Wir kriegen keine Einigung hin." Der Cochemer Betrieb beschäftigt zehn Leute, seine Existenz sei bedroht. Neben dem Geld würden auch die Gerüste, die noch in Bonn stehen, für weitere Aufträge fehlen. Aber einfach alles abzubauen, gehe auch nicht. Denn sonst würde die GmbH ihren Vertrag brechen, was die Einforderung des Gelds noch schwieriger mache. Ein gewünschtes Gespräch mit dem Oberbürgermeister ist laut Kahler nicht zustande gekommen.

Die Stadt teilte mit, dass sie aus rechtlichen Gründen die Namen der Firmen nicht benennt, durch die alles verschleppt wurde. Es würden "alle juristischen Möglichkeiten geprüft, gegen die Firmen vorzugehen, die die Verzögerung verursachen", hieß es vor einem halben Jahr. Zum konkreten Fall sagt Marc Hoffmann, Vizesprecher der Stadt: "Wir bemühen uns mit der Firma seit vielen Monaten um eine Einigung."

Es sei ein Ombudsmann eingeschaltet. "Wir behalten uns rechtliche Schritte vor." Allgemein gelte: "Alle Leistungen, die ordnungsgemäß erbracht wurden und für die prüffähige Belege vorliegen, werden immer innerhalb des Zahlungszieles beglichen." Mit anderen Worten: Wer alles richtig macht, bekommt auch sein Geld.

Laut Hoffmann sind die Gesamtkosten für das Haus der Bildung noch einmal um 600.000 gestiegen und liegen nun bei 21,4 Millionen Euro. Grund seien Preissteigerungen und Mehrkosten durch Bauablaufstörungen, Baufirmen trügen dafür die Verantwortung. Diese Mehrkosten werden den Handwerkern laut Stadt in Rechnung gestellt, sodass am Ende die Gesamtkosten wieder sinken könnten.

Der Bau soll Ende Dezember, wie geplant, fertig sein. Die Volkshochschule will ihren Betrieb im Februar 2015 aufnehmen, so die Stadt. Die Zentralbibliothek folgt im April, wobei der Umzug von der Cassius-Bastei eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werde.