V-Day-Bewegung

Gemeinsam gegen Gewalt und Missbrauch

Erstes Vorbereitungstreffen: Mitarbeiter der Deutschen Welle und mehrerer Initiativen wollen die Erzählungen der US-Schriftstellerin Eve Ensler erstmals auf deutsch präsentieren. FOTO: KUBIK

Erstes Vorbereitungstreffen: Mitarbeiter der Deutschen Welle und mehrerer Initiativen wollen die Erzählungen der US-Schriftstellerin Eve Ensler erstmals auf deutsch präsentieren.

BONN. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass diese Präventionsarbeit von Erfolg gekrönt sein wird", sagt Volker Wiedeck. Der Gründer der Hannah-Stiftung gegen sexuelle Gewalt ist zu Gast im Konferenzraum 102 der Deutschen Welle.

Bei den Proben zu einer Lesung zugunsten der Stiftung zeigt er sich erfreut: "Ich finde es ganz wunderbar, wie dieses bleischwere Thema ganz unkompliziert aufbereitet werden kann."

Die Rede ist von "Eine Erinnerung, eine Erzählung, eine Klage und ein Gebet" - einer von der amerikanischen Schriftstellerin Eve Ensler herausgegebenen Sammlung von Erzählungen und Gedichten.

Bei der wegen ihres sperrigen Originaltitels "A Memory, a Monologue, a Rant and a Prayer" oft verkürzt MMRP genannten Textsammlung geht es darum, dass Männer und Frauen gemeinsam ihre Stimme erheben und Geschichten erzählen, um die globale Gewalt gegen Frauen und Kinder zu beenden. Die Sammlung umfasst Texte weltbekannter Autoren, mit der die als Autorin der "Vagina Monologe" bekannt gewordene Ensler die vielschichtige Gewalt gegen Frauen und Mädchen enttarnen will.

So schreibt zum Beispiel Slavenka Drakulic über eine Frau, deren Sohn in Srebrenica hingerichtet wurde, Dave Eggers über eine Verschleppung im Sudan, Patricia Bosworth über ihre eigene gewalttätige Beziehung und Jane Fonda über das Zurückfordern ihrer Weiblichkeit. "Gewalt gegen Frauen passiert täglich überall auf der Welt", weiß Initiatorin Sandra Prüfer. Bei der Deutschen Welle gebe es viele Journalistinnen, die engagiert über "Gender Based Violence", also geschlechtsspezifische Gewalt, aus allen Erdteilen berichten: "Doch sexuelle Gewalt und Missbrauch finden auch vor und hinter unserer eigenen Haustür statt: Jede dritte Frau in der EU hat seit ihrer Jugend körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt", erzählt sie.

Gemeinsam mit lokalen Künstlern, Prominenz und V-Day-Aktivistinnen wollen Deutsche-Welle-Journalistinnen aus verschiedenen Ländern nun ihre Stimme gegen Gewalt und Missbrauch erheben und bei der deutschsprachigen Uraufführung mitwirken. Die Lesung findet am kommenden Samstag, 28. März, um 19.30 Uhr im Theater des LVR-Landesmuseums statt. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch hat die Schirmherrschaft übernommen.

Zu den prominenten Vorlesern gehören unter anderem der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber, WDR-Moderator Ralf Henscheidt und Bonna Nora Jordan. Wiedeck hat die Hannah-Stiftung 2007 gegründet, nachdem seine damals 14-jährige Tochter in Königswinter Opfer eines Sexualmordes geworden war. Die Stiftung leistet Opferhilfe und unterstützt seit mehreren Jahren das Präventionsprojekt "Mein Körper gehört mir" an Schulen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis.

V-Day- Bewegung

V-Day ist eine globale Bewegung, die das Ziel verfolgt, die Gewalt gegen Frauen weltweit zu stoppen. V-Day fördert kreative Veranstaltungen, um Menschen aus allen Bevölkerungsschichten für das Thema zu sensibilisieren und Mittel für lokale Anti-Gewalt-Initiativen zu generieren.

Weitere Infos auf www.vday.org und www.vdaydeutschland.org. Karten für 20, ermäßigt 15 Euro unter Tel. 0 22 22/ 9 27 32 96 oder ivana@vday.org.