Geistliche Livemusik und Gespräche mit Pfarrern

Zeilen für den Papst: Junge Leute schreiben die letzten der rund 8000 Seiten des Buches "Heute die Worte der Jugend - Morgen die Werte der Welt".

Bonn. "Ich gehe nicht in die Kirche. Ich bin Soldat", sagt der Mann und setzt seine Kneipentour fort. Solche Aussagen sind kein Problem für Andreas Süß von der Aktion Nightfever. Passanten auf dem Heimweg von Restaurant und Oper oder vor dem Discobesuch in Sankt Remigius einzuladen, "gehört bei uns zum Konzept. Manche von ihnen waren seit 10, 15 Jahren nicht mehr in der Kirche", so Süß.

Ungefähr 50 Prozent nehmen die Einladung an, tragen brennende Kerzen durchs Mittelschiff, sprechen mit Pfarrern. Hören neue geistliche Livemusik und notieren persönliche Bitten auf kleine Zettel.
 

Zum sechsten Mal fand am Samstagabend in der Pfarr- und Klosterkirche die Aktion Nightfever statt, die 2005 von Weltjugendtagfans ins Leben gerufen wurde. Erstmals unter den über 1000 Teilnehmern: Stadtdechant Wilfried Schumacher, der in der monatlichen Veranstaltung einen "neuen geistlichen Aufbruch" erkannte. "Wir wollen weg vom verstaubten Image. Kirche ist etwas Begeisterndes", sagte auch Stefan Bodemann von Nightfever.
So manch begeisterter Besucher beteiligte sich mit einigen Zeilen am Buch "Heute die Worte der Jugend - Morgen die Werte der Welt". Derzeit schreiben Jugendliche die letzten der rund 8 000 Seiten des vom Herder-Verlag gesponserten Mammutprojekts, das Ende des Jahres Papst Benedikt XVI. übergeben werden soll.
 

Andreas Süß ist einer der zahlreichen Verfasser des Werks. Auf seiner Buchseite bedankt sich Priesteranwärter Süß für den Weltjugendtag, in dessen Rahmen er "dem Heiligen Vater die Hand schütteln und einige Worte wechseln durfte. In Sankt Pantaleon habe ich ihn auf seine beiden Quellen Glaube und Vernunft angesprochen. Sein Gesicht hellte sich sofort auf". kis