Kommentar

Gegen die Fanatiker

Schon seit Jahren sind sie in Bonn umtriebig: salafistische, sprich ultrakonservative muslimische Missionare, die es in ihrem radikalen Eifer vor allem auf junge Leute abgesehen haben. Wie aktiv diese Gefährder des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Bonn sind, belegen nicht nur interne Berichte der Sicherheitsbehörden. Auch warnende Stimmen, wie zuletzt bei einer Veranstaltung über Salafismus, sind zu vernehmen: Schon Kinder stehen im Visier der Fanatiker.

Zwar hatte die Polizei reagiert und die Stellenzahl beim Staatsschutz erhöht. Doch der Stadtrat ignoriert dieses gesellschaftliche Problem weiterhin. Auch die von Muslimen gegründete Partei Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG). Stattdessen poltert der rechte Rand, der nicht unterscheiden will zwischen demokratiefreundlichen und extremistischen Muslimen.

Natürlich sollte das drängende Thema nicht nur bei BIG und dem Rat der Muslime auf der Agenda stehen, wenn auch diese beiden Organisationen einen beträchtlichen Einfluss auf Moscheen und muslimische Gruppen haben.

Letztlich muss es Anliegen aller Fraktionen sein, den Extremisten in dieser Stadt endlich entschieden entgegenzutreten. Zum Beispiel mit Programmen für Aussteiger. Oder Projekten, die verhindern, dass junge Leute sich überhaupt radikalisieren.