Aktionstag

Gegen Gewalt an Frauen

BONN. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen gibt es auch in Bonn am Tag gegen Gewalt an Frauen, am 25. November. Bereits am Samstag, 22. November, wird in der Alten Bahnhofstraße 13 in Bad Godesberg auf den Tag hingewiesen.

Dort wird es von 11 bis 14 Uhr eine Installation von 135 Paar Schuhen geben, die für 135 ermordete Frauen stehen. Die Aktion der Zonta-Clubs Bonn-Rheinaue und Bonn soll zur Diskussion anregen. Zonta ist ein weltweiter Zusammenschluss berufstätiger Frauen, die sich dem Dienst am Menschen verpflichtet sehen.

Am 25. November berät und informiert das Frauenhaus "Frauen helfen Frauen" an einem Infostand an der Ecke Poststraße/In der Sürst. Die Frauenselbsthilfegruppe "Gewalt macht krank" veranstaltet am selben Tag von 18 bis 20 Uhr in der Selbsthilfe-Kontaktstelle, Lotharstraße 95, einen Infoabend. Die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW, Birgit Naujoks, spricht über das Thema "Gewalt und Träume - Erlebnisse von Frauen mit Migrationshintergrund". Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 0228/9 14 59 17 oder per E-Mail an selbsthilfe-bonn@paritaet-nrw.org.

Der Bonner Frauenrechtsverein Femnet zeigt ab Mittwoch, 26. November, in der Trinitatiskirche, Brahmsstraße 14, die Ausstellung "Ich mach' deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd-Ost-Asien". Die Schau porträtiert bis zum 2. Dezember führende Gewerkschafterinnen aus Bangladesch und Kambodscha. Entwickelt wurde sie von der niederländischen Kampagne für Saubere Kleidung (CCC). In Deutschland wird sie von Femnet präsentiert. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet auf www.femnet-ev.de/starkefrauen.

Anlässlich der Eröffnung findet eine Podiumsdiskussion mit der früheren Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul statt.

Die Diskussion ist Teil der "Peking+20"-Kampagne von UN Women und wird von Femnet gemeinsam mit dem Landesbüro NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie dem in Bonn beheimateten Nationalen Komitee Deutschlands von UN Women veranstaltet. Es wird um Anmeldungen unter landesbuero-nrw@fes.de gebeten.

Die Situation in Bonn

Im vergangenen Jahr sind in Bonn 643 Fälle häuslicher Gewalt angezeigt worden. In 411 Fällen ist ein Rückkehrverbot/ Wohnungsverweis ausgesprochen worden. In 95 Fällen gab es Vermittlungen zu Beratungsstellen.

Das Projekt "Anonyme Spurensicherung - Gewalt gegen Frauen" gehört zu den Schwerpunktthemen des stadtübergreifenden Arbeitskreises Opferschutz Bonn/Rhein-Sieg. Er hat im Jahr 2006 das Programm Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten (ASS) ins Leben gerufen.Es bietet Opfern von Gewalt die

Möglichkeit, sich den für sie belastenden Schritt einer Anzeigenerstattung in Ruhe zu überlegen. Die Tatspuren werden anonym im Institut für Rechtsmedizin der Universität Bonn gelagert. In einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren können sie nach einer Anzeige vor Gericht verwertet werden. Damit stehen unter Umständen wichtige Beweismittel zur Verfügung, die dem Opfer das Verfahren erleichtern und die Strafverfolgung verbessern.

Von 2006 bis September 2014 sind in 133 Fällen Spuren gesammelt worden, 13 Mal wurde Anzeige erstattet.