Migrapolis-Haus

Gegen Ausgrenzung und für Vielfalt

Gesang und Gitarre: Zwischen den einzelnen Vorträgen sorgt Saico Baldé musikalisch für Abwechslung.

Gesang und Gitarre: Zwischen den einzelnen Vorträgen sorgt Saico Baldé musikalisch für Abwechslung.

BONN. Im Rahmen der "Interkulturellen Woche" haben sich Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften am Dienstagabend zu "Gebeten der Religionen" im Migrapolis-Haus in der Brüdergasse getroffen. Gut 50 Gäste waren gekommen, um unter dem Motto "Gemeinsamkeiten suchen - Vielfalt leben" den Vertretern von sechs Religionsgemeinschaften beim Vortragen von Texten und Gebeten zuzuhören.

Angehörige von Judentum, Buddhismus, Christentum, Islam, den Quäkern sowie von Bahá'í bezogen in Texten und Gebeten Stellung gegen Ausgrenzung und für Gemeinsamkeit. Durch den Abend führte Religionswissenschaftler Michael A. Schmiedel, der sowohl im Migrapolis-Haus aktiv als auch Mitglied in der Deutschen Buddhistischen Union ist. Den Anfang machte Ricky Kaminski, die Zweite Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Bonn. "Das Projekt der ?abrahamitischen Ökumene', der christlich-jüdisch-islamische Trialog ist in Gefahr", warnte sie. Angesichts der aktuellen Instrumentalisierung religiöser Überzeugungen erweise sich die Suche nach Gemeinsamkeiten als schwierig.

Zwischen den einzelnen Vorträgen sorgte Saico Baldé musikalisch für Abwechslung. Nach Werner Wiegmann als Vertreter des Buddhismus folgten Brigitte Schmidt, Pastoralreferentin im Stadtdekanat Bonn, und Wolfgang Wallrich, evangelischer Stadtkirchen-Pfarrer im Ruhestand mit einem ökumenischen Vortrag und Gebet, bevor Dr. Aziz Fooladvand den islamischen Part vortrug. Der Lehrer lehrt an der Freiherr-vom-Stein-Realschule islamischen Religionsunterricht. Weitere Referenten waren Lioba von Lovenberg von der "Religiösen Gesellschaft der Freunde", auch Quäker genannt, und Helia Daubach, Mitglied im geistigen Rat der Bahá'í-Religion. Ein Schlussgebet hielt Christina Partuschke für all jene, die von den beteiligten Religionsgemeinschaften noch nicht repräsentiert wurden.

Unter dem Motto "Gemeinsamkeiten finden - Unterschiede feiern" findet derzeit noch bis zum 28. September die "Interkulturelle Woche 2014" statt. Veranstalter ist die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit (EMFA).

Weitere Infos gibt es unter www.migration-bonn.de.