Frisbee-Anlage im Derletal

Geduldsprobe für die Frisbee-Fans

Bei einer Ortsbegehung im Derletal erläuterten Vereinsmitglieder dem CDU-Politiker Christos Katzidis (Mitte), wie der Sport funktioniert.

Bei einer Ortsbegehung im Derletal erläuterten Vereinsmitglieder dem CDU-Politiker Christos Katzidis (Mitte), wie der Sport funktioniert.

Die Anlage im Derletal im Stadtbezirk Hardtberg sollte schon seit einem Jahr stehen. Doch der Antrag liegt immer noch im Bonner Stadthaus. Verwaltung ist noch in der internen Abstimmung.

Duisdorf/Medinghoven. Zwölf Körbe im Derletal fest zu installieren, und ebenso viele kleine Betonplatten zu verlegen, kann eigentlich nicht so schwer sein. Ist es offenbar aber.

Vor einem Jahr hatte es der Verein Bonnsai Disc Golf geschafft: Die Politiker in der Bezirksvertretung Hardtberg gaben einstimmig grünes Licht für den Bau einer Disc-Golf-Anlage im Derletal. Danach ging es nur noch um Absprachen mit der Stadt und darum, dass die zwölf Körbe, die als Ziel der Frisbeewerfer dienen, einbetoniert und sogenannte Tees als Startpunkt – das sind Betonplatten – verlegt werden. Ziel war, im Frühjahr 2017 die Anlage auf Kosten des Vereins zu bauen. Man ging von einem Betrag von 6000 Euro aus.

Jetzt ist es Frühjahr 2018, und gebaut ist immer noch nichts. Die Angelegenheit liegt im Bonner Stadthaus, und, so wie es aussieht derzeit auf Eis. „Aktuell wird eine Vorlage verwaltungsintern abgestimmt“, erklärte ein Sprecher des Presseamtes. Auf Nachfrage, dass dies noch keine Begründung für die lange Verfahrensdauer sei, und was denn da abgestimmt werden müsse, konkretisierte man: Für das Projekt sei eine landschaftsrechtliche Befreiung notwendig.

Eine entsprechende Beschlussvorlage sei jetzt in Vorbereitung, damit der Naturschutzbeirat voraussichtlich am 17. April darüber beraten könne. „Nach einem positiven Votum wird eine zweite Vorlage zur Genehmigung der Anlage auf den Weg gebracht“, skizzierte der Sprecher des Presseamts das weitere Vorgehen. Diese Vorlage werde dann voraussichtlich im Umweltausschuss Ende Mai sowie im Sportausschuss und in der Bezirksvertretung im Juni beraten. Ernüchternd: Nimmt man das bisherige Tempo zum Maßstab, würde das bedeuten: Vor Herbst wird es nichts, bis die Körbe stehen.

Politiker unterstützen Projekt

Einer, der die Sportler bei ihrem Pilotprojekt unterstützt hat und für die CDU den Antrag auf Bau der Anlage gestellt hat, ist Christos Katzidis. Der Landtagsabgeordnete, der auch Vorsitzender des Sportausschusses ist, hat sich mit Mitgliedern des Vereins im Derletal getroffen, um sich die Sportart erklären zu lassen. Katzidis war von der Sache überzeugt: „Von Oktober 2016 bis Anfang 2017 haben wir politisch darüber diskutiert und uns entschieden, das Projekt zu unterstützen, da es eine nachhaltige Aufwertung des Derletals bedeuten und für eine Belebung sorgen könnte“, erinnert er sich.

Dass sich die Sache nun wie Kaugummi zieht, ärgert auch Katzidis: „Es erschließt sich mir nicht, warum ein Entscheidungsprozess innerhalb der Verwaltung so lange dauert“, sagt er. Dieses Projekt zeige wieder einmal sehr deutlich, dass man über Abläufe und Prozesse innerhalb der Verwaltung diskutieren müsse. Katzidis versprach: „Ich werde nachfragen, wann welches Amt wie lange mit dem Vorgang beschäftigt und wie der bisherige Verlauf war.“ Warum die Verwaltung nach rund einem Jahr nur sagen könne, dass aktuell eine Vorlage verwaltungsintern abgestimmt werde, wisse er nicht.

Der Bau der Frisbee-Anlage ist für die Politiker in der Bezirksvertretung nur ein Beispiel. CDU und Grüne kündigten jetzt an, sie wollten eine Aufstellung der offenen Beschlüsse haben. Hintergrund sei, dass die Verwaltung von der Politik gefasste Beschlüsse oft mit der Begründung der mangelnden Personalkapazität nicht umsetze.

Die Grünen-Bezirksverordnete Jutta Brodhäcker hatte bereits in der Januar-Sitzung bemängelt, dass die Verwaltung durch eigene Prioritätensetzung den Willen der politischen Gremien ad absurdum führen könne. CDU-Fraktionschef Wolfgang Esser bekräftigte, dass die Entscheidungshoheit, welche Maßnahmen wann im Stadtbezirk durchgeführt werden, unbedingt der Politik vorbehalten sein müsse. Sollte die Verwaltung nicht in der Lage sein, Beschlüsse zeitnah auszuführen, sei ein entsprechender Hinweis unter Benennung der Gründe zu geben.