Bad Godesberg

Gedenken an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Gedenken: Rudolf Landrock (links) und Hans Eifler legen am Mahnmal im Bad Godesberger Stadtpark einen Kranz nieder.

BONN. Am 60. Jahrestag des Volksaufstands in der DDR hat am Montagabend die Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung der CDU (OMV) der Toten des 17. Juni 1953 gedacht. Nach einer Gedenkfeier für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft am Mahnmal im Bad Godesberger Stadtpark schilderte in der Stadthalle Zeitzeuge Hubert Wolff seine Erlebnisse.

Er hatte die Geschehnisse als damals 21-Jähriger in Dresden miterlebte und seine Demonstrationsteilnahme mit fünf Jahren Zuchthaus bezahlte (der GA berichtete). Zugleich widmete sich das Haus der Geschichte dem Thema gestern Abend mit einer Sonderöffnung samt Grußwort von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch.

Obwohl der Aufstand scheiterte, habe er einen Grundstein für die folgenden Demokratiebewegungen gelegt und sei somit ein Zeichen der Freiheit gewesen, sagte OMV-Ehrenvorsitzender Elimar Schubbe. "Nicht das Scheitern war das Gewicht dieses Tages, sondern das Signal zum Aufbruch", so Schubbe mit Blick auf die späteren Bewegungen in Ungarn, der Tschechoslowakei, Polen und 1989 in der Sowjetunion und wiederum in der DDR.

Insofern, so Schubbe, sei es - trotz der blutigen Opfer am 17. Juni 1953 - auch richtig, im Gedenken daran heute einen Festakt zu begehen. Der von den OMV-Vorsitzenden in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, Rudolf Landrock und Hans Eifler, niedergelegte Kranz sei Zeichen des Dankes an "jene tapferen Menschen, die unter Verzicht auf die eigene Unversehrtheit für die Freiheit und Einheit Deutschlands aufgestanden sind", schloss Schubbe seine Rede, der Pfarrer Rainer Hoverath ein gemeinsames Gebet folgen ließ.

Bei der Niederschlagung des Aufstands im Ostteil Berlins und anderen Städten Mitteldeutschlands wurden mindestens 55 Menschen getötet; bei mehr als 20 weiteren Todesfällen in jenen Tagen wurden die Umstände nie aufgeklärt.