Bonner Tage der Demokratie

Geburtstagsfeier fürs Grundgesetz

Demokratieaufbau macht durstig: Bauarbeiter, Beamte und künftige Bundespolitiker stoßen am 5.Mai 1949 beim Richtfest mit einem Krug Bier auf den Bau des Plenarsaals an.

Demokratieaufbau macht durstig: Bauarbeiter, Beamte und künftige Bundespolitiker stoßen am 5.Mai 1949 beim Richtfest mit einem Krug Bier auf den Bau des Plenarsaals an.

Bonn. Am 23. Mai wird das Grundgesetz 70 Jahre alt. In der ehemaligen Bundeshauptstadt wird das Ereignis mit einer Veranstaltungsreihe gewürdigt.

Nicht, dass die Bonner um Gelegenheiten zum Feiern verlegen wären. Ein besonderer Jahrestag drängt sich jedoch in diesem Frühjahr förmlich auf. Denn am 23. Mai jährt sich das Inkrafttreten des Grundgesetzes zum 70. Mal. Mit den Bonner Tagen der Demokratie erinnert im Mai eine große Veranstaltungsreihe an die Entstehung der Bundesrepublik Deutschland vor sieben Jahrzehnten – und stellt sich zugleich in Zeiten sinkenden Vertrauens in Institutionen und Politik den Fragen nach der Zukunft des politischen Gesamtgefüges, für dass sich das Grundgesetz als stabiler Verfassungsrahmen bis heute bewährt.

Insgesamt acht kostenlose interaktive Veranstaltungen hat die Bonner Agentur Trio MedienService für die Zeit zwischen dem 8. und 25. Mai konzipiert. Unterstützt wird das neue Konzept von zahlreichen Akteuren aus der Wissenschaft und der politischen Bildung, der General-Anzeiger ist Medienpartner der Reihe. „Es geht darum, gemeinsam mit den Bonner Bürgerinnen und Bürgern über Demokratie nachzudenken, zu diskutieren und Demokratie stark zu machen“, erklärt Uschi Heidel von Trio MedienService. Der Untertitel „Demokratie in unsicheren Zeiten“ ist dabei mitnichten als Provokation gewählt, sondern dürfte bereits auf manche Kontroverse hinleiten, die bei den Veranstaltungen ausdrücklich erwünscht ist. Ziel der Reihe ist es, die Bevölkerung und Wissenschaftler für Gespräche und Diskussionen zusammenzubringen und darüber hinaus Impulse in Gesellschaft und Wissenschaft zu tragen.

Zum Sinnbild für diese Verzahnung könnten im Mai schon die Orte werden, die dem Dialog zum Resonanzraum verhelfen sollen. Das Landgericht und der Kirchenpavillon sind ebenso darunter wie das Café „Pauke“, Malentes Theater Palast und die Zweigstelle des General-Anzeigers am Bottlerplatz. Vielseitig sind auch die vier Veranstaltungsformate, für die sich die Initiatorinnen entschieden haben. „Lebendiges Grundgesetz – erheben Sie Ihre Stimme“ heißt eine dreiteilige Reihe, in deren Folge einzelne Grundrechte wie Gleichberechtigung, Pressefreiheit und Wissenschaftsfreiheit genauer unter die Lupe genommen werden. Zudem gibt es eine Arena-Diskussion, ein Dialogforum, ein Kneipen-Quiz, einen Demokratie-Slam und ein Barcamp, also eine thematisch völlig offene und somit auf absolute Spontaneität angelegte Diskussionsveranstaltung. Die Veranstaltungen im Einzelnen:

Mittwoch, 8. Mai, 18 bis 20 Uhr, Landgericht, Wilhelmstraße 21: Lebendiges Grundgesetz, Art.3.II: Gleichberechtigung.

Donnerstag, 9. Mai, 18 bis 20 Uhr, General-Anzeiger, Bottlerplatz: Lebendiges Grundgesetz, Art.5.I: Was bedroht die Pressefreiheit?

Donnerstag, 16. Mai, 19 bis 21 Uhr, Fritz-Café, An der Schloßkirche 4: Lebendiges Grundgesetz, Art.5.III: Wissenschaftsfreiheit.

Sonntag, 19. Mai, 11.30 bis 13 Uhr, Kirchenpavillon, Kaiserplatz: Art. 4: Glaubensfreiheit

Mittwoch, 22. Mai, 19.30 bis 21.30 Uhr, Malentes Theater Palast, Godesberger Allee 69: Arena-Diskussion.

Donnerstag, 23. Mai, 19 bis 22 Uhr, Pauke, Endenicher Straße 43: Kneipen-Quiz Demokratie.

Freitag, 24. Mai, 19.30 bis 21.30 Uhr, Universität, Hörsaal 1: Demokratie-Slam.

Samstag, 25. Mai, 10 bis 17 Uhr, Haus der Bildung, Mülheimer Platz: Barcamp Demokratie.

Weitere Infos und Anmeldung unter www.demokratie-bonn.de sowie bei Facebook unter www.facebook.com/BonnerTageDerDemokratie. Bei Twitter ist die Aktion unter https://twitter.com/demokratie_lebt sowie bei Instagram unter https://www.instagram.com/demokratie_lebt/ zu finden. Hashtag: #demokratiebonn