Kessenich

Gebäude am Rheinweg 48 bleibt stehen

Das Haus gehört seit 1970 der Stadt Bonn. Seit 2006 wird es nicht mehr genutzt.

BONN. Das Haus am Rheinweg 48 bleibt stehen. Die Stadtverwaltung scheiterte im Rat mit ihrem Vorschlag, das leer stehende kommunale Gebäude in Kessenich abzureißen. Die Fraktionen beauftragten die Verwaltung, eine Zwischennutzung zu organisieren.

Damit hatte ein Bürgerantrag des benachbarten Kleingartenvereins Bonn-Süd Erfolg. Die Stadtverwaltung hatte das Haus, das sich seit 1970 in ihrem Eigentum befindet, bis 2006 als Übergangswohnheim verwendet. Seitdem wird es nicht mehr genutzt.

Die Kleingärtner beklagen nun, dass das Gebäude immer stärker dem Verfall preisgegeben sei. Sie berichten von Unrat und Ratten. Mehrfach brachen Unbekannte in das Haus ein und verwüsteten das Innere. Die Stadtverwaltung stuft den Zustand mittlerweile als so schlecht ein, dass ein Neubau wirtschaftlicher sei als eine Sanierung. Sie will das Haus abreißen und zusammen mit weiteren städtischen Grundstücken vermarkten, um es neu bebauen zu lassen.

"Anstatt ihr Eigentum zu pflegen, hat die Stadt Bonn das Haus vergammeln lassen", kritisierte Bernhard Wimmer vom Bürger Bund Bonn vorige Woche in der Ratssitzung. Bis Planungsrecht für eine Neubebauung geschaffen sei, würden Jahre vergehen, erklärte Werner Esser (SPD).

Darum plädierte er ebenso wie Hartwig Lohmeyer (Grüne) für eine Zwischennutzung des alten Gebäudes - gerade vor dem Hintergrund der Wohnungsknappheit in Bonn. Dem folgte der Rat mit großer Mehrheit. Jetzt ist die Stadtverwaltung am Zug.