Mäanderbau in Bonn

GIZ expandiert am Trajektknoten

BONN. Alle Zeichen stehen bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) auf Expansion. Der Neubau ist mit 70 Millionen Euro fertig und sogar im Budget geblieben, die Mehrzahl der bis zu 500 Mitarbeiter, die an der B 9 fast direkt am Trajektknoten arbeiten, ist eingezogen. Aber das soll längst nicht der Schlusspunkt sein.

Das nächste Projekt ist in Röttgen, wo ab 2016 mit dem Bau einer Akademie begonnen wird. Und Bonn, das war aus einigen Festreden zur Einweihung des Mäanderbaus herauszuhören, könnte mittelfristig sogar der Hauptdienstsitz der GIZ werden, den die Bundesstadt sich zurzeit noch mit Eschborn teilen muss. Spekuliert wurde gestern, ob auf dem freien Nachbargrundstück direkt am Trajektknoten gleich der Anschlussbau der GIZ entsteht. Diese Planspiele wollte aber noch niemand bestätigen.

Beste Voraussetzungen also für gute Stimmung bei der Einweihung des "Mäanderbaus". "Das ist die größte Investition, die die GIZ bislang getätigt hat", freute sich Vorstandssprecherin Tanja Gönner bei der Feier vor mehr als 200 Gästen. "Wir haben unser Haus in Bonn gebaut, in der Stadt, die heute praktisch Deutschlands Hauptstadt für Nachhaltigkeit und Internationale Zusammenarbeit ist."

Mit dem Neubau verfügt die GIZ nun über eine eigene Immobilie in Bonn. Die Grundsteinlegung fand vor genau zwei Jahren statt. Die Architektur der Büroimmobilie, die wegen des ungewöhnlichen Umrisses, der an einen mäandrierenden Fluss erinnern soll, Mäanderbau genannt wird, fand auch die Zustimmung von Angelica Schwall-Düren. "Dies stärkt den Standort Bonn, der damit um ein weiteres wichtiges und modernes Bürogebäude reicher ist", so die NRW-Europaministerin. Ähnlich äußerte sich auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, der quasi von Amts wegen für die GIZ zuständig ist: "Der Bau ist ein klares Bekenntnis für den internationalen Standort Bonn." Die GIZ werde hier kurzfristig mit 1028 Mitarbeitern vertreten sein.

Bislang ist offen, was mit dem GIZ-Büro an der Godesberger Allee passiert. Momentan steht es leer, alle dortigen Mitarbeiter sind ins neue Haus umgezogen. Der zweite große Standort liegt ebenfalls an der Friedrich-Ebert-Allee. Im ehemaligen Entwicklungsministerium sind bis auf Weiteres 400 Mitarbeiter beheimatet.

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch freute sich, dass mit der Einweihung des WCCB am 7. Juni und der Einweihung des Mäanderbaus ein Paragraf des Berlin/Bonn-Gesetzes in "herausragender Weise" umgesetzt werde, indem in Bonn ein Schwerpunkt für Entwicklungspolitik, nationale, internationale und supranationale Einrichtungen gesetzt werde.

Die GIZ

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen, das 2011 aus der Verschmelzung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt) und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) hervorging. Sie unterstützt die Bundesregierung international vor allem bei den Themen Nachhaltigkeit und Bildung. Das Geschäftsvolumen lag 2013 bei 1,9 Milliarden Euro. Sitz der Gesellschaft ist in Bonn und Eschborn. Weltweit sind 16.410 Personen bei der GIZ beschäftigt.