Kolumne "Notizen aus B"

GA verleiht Bonner Oscars

Eine Oscar-Statue.

Eine Oscar-Statue.

Bonn. So manches, was sich in Bonn ereignet, könnte auch aus Hollywood kommen. Bevor die echten Oscars verliehen werden, hat der GA daher schon einmal eine eigene, nicht ganz ernst gemeinte, Preisverleihung vorgenommen.

Filmreif! Das trifft gleich auf mehrere Debatten um Großprojekte zu, die derzeit in Bonn Gesprächsthema sind. Mit immer wieder neuen Wendungen inszenieren die Protagonisten große Geschichten rund um Wasserland, Beethovenhalle und Oper. Dem GA-Leser als geneigtem Zuschauer droht niemals langweilig zu werden. Was Hollywood kann, können wir schon lange! Was liegt also mit Blick auf die Verleihung der Academy Awards in der Nacht zum Montag näher, als auch unseren Helden die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen?Die Bonner Oscars gehen an......

Oberbürgermeister Ashok Sridharan und die Bonner Stadtwerke in der Kategorie Bester Kurzfilm. Kaum als Modellstadt auserkoren, war der Fantasyfilm „Kostenloser Nahverkehr“ auch schon wieder vorbei. Aber schön war es trotzdem.

... das Drama „Beethovenhalle“ für das beste Drehbuch. Es hätte alles so schön werden können, mit einer frisch fertiggestellten neuen Halle zum großen Jubiläum des Komponisten im Jahr 2020. Nun müssen die Beteiligten sich nach Alternativen umschauen. Trösten können sie sich zudem aber mit dem Oscar für

... Stadtdirektor Wolfgang Fuchs in der Kategorie Regie. „Wenn es schiefgeht, rollt mein Kopf“, hatte er im GA-Interview prophezeit. Ist schiefgegangen – aber das war unvorhersehbar.

... Axel Bergfeld von der Bürgerinitiative „Kurfürstenbad bleibt!“ als besten Nebendarsteller im Thriller „Wasserland“. Kommt es oder kommt es nicht? Dank der Hartnäckigkeit Bergfelds wartet der Zuschauer bis heute auf die Auflösung .

... die Stadt Bonn in der Kategorie Bester Dokumentarfilm für die beeindruckenden Nahaufnahmen von Autofahrern im Stau in „Die Kappung des Cityrings“.

... das Kulturamt für den besten Ton im Musical „Die Akustikanlage der Bonner Oper“. Mit einem B-Movie-Budget von nur 375 000 Euro gelang ein großes Echo in der Diskussion um einen Opernneubau.

...die frühere Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann als beste Hauptdarstellerin im Krimi „WCCB-Prozess“. Ihre beeindruckende Darbietung von völliger Ahnungslosigkeit überzeugte die Jury.Und der beste Film? Lässt man 2017 Revue passieren, drängt sich nur einer auf: das Monumentalepos „Cop23“. Doch schon 2018 ist das Rennen wieder völlig offen. Nicht abschalten!