Tannenbusch

GA-Leser erkunden die Vielfalt der Düne Tannenbusch

TANNENBUSCH. Es ist hügelig, an vielen Stellen auch sandig. Aber wie eine typische Düne sieht die grüne Oase mitten in Tannenbusch nicht aus. "Der Mensch hat sie in den vergangenen Jahrzehnten so stark verändert, dass man sie als Düne kaum noch identifizieren kann", sagte Christian Chmela. Der Geschäftsführer der Biostation Bonn führte gestern GA-Leser durch das Kleinod und sorgte für interessante Einblicke.

Der große Sandhaufen hat sich schon vor mehr als 11.000 Jahren angesammelt. Damals wehte der heute noch starke Westwind den Sand vom alten Rheinufer in das Bonner Ödland der Eiszeit. War der Dünenstreifen früher noch 600 Meter breit und acht Kilometer lang, verkleinerten ihn die Menschen mit der Zeit immer mehr.

Erst 1989 verfügte die Stadtverwaltung, dass die sandige Landschaft nicht mehr bebaut werden darf. Heute sind gerade einmal sieben Hektar Naturschutzgebiet übrig geblieben. "Und nur zwei Hektar rechtfertigen diesen besonderen Status überhaupt", so Chmela. Damit das so bleibt, hat die Biostation jede Menge zu tun. Zweimal im Jahr mähen die Freiwilligen die freien Flächen und überflüssiges Grünzeug weg. "So sorgen wir dafür, dass der Boden verhagert", erklärte Chmela.

Verhagern ist nichts anderes, als dem Gelände Nährstoffe entziehen. Denn nur dann wachsen Dünenpflanzen wie Hauhechel, Bibernelle oder Wiesenbocksbart. Typisch ist der Flaumhafer mit seinen langen Stielen. Erkennen konnten ihn die GA-Leser am sanften Rascheln, wenn sie ihn zwischen den Fingern rieben.

Wiedergekommen sind die Pflanzen erst, seit die Biostation sich um das Gelände kümmert. Seit 2002 durchkämmen die Helfer jedes Frühjahr die Düne und halten den Bestand fest. So fanden sie heraus, dass aus ein paar Silbergräsern mittlerweile Tausende Büschel herangewachsen sind. Auch der seltene Knorpellattich hat sich vermehrt, von einer Pflanze auf fünf. "Mit der Pflege werden wir immer beschäftigt sein", sagte Chmela.

Ohne den Menschen würde die Düne durch Laub und Unrat schnell Nährstoffe gewinnen und die Magerwiesen verdrängt. Schuld daran sind beispielsweise Pappeln und Robinien, die eigentlich gar nicht in die Bonner Region passen. Sie sehen zwar schön aus, sind aber ein großes Problem. "Wir würden sie am liebsten fällen", so Christian Chmela. Aber für die Anwohner gehörten sie zur Tannenbuscher Düne einfach dazu. Was auf dem kahlen Boden wachse, sehe eben meist nicht sehr entzückend aus.

Infos zur Düne Tannenbusch gibt es auf www.biostation-bonn.de.