Kommentar zur Baustelle auf der Römerstraße

Frust der Anlieger ist verständlich

Bauarbeiten auf der Römerstraße in Bonn.

Bauarbeiten auf der Römerstraße in Bonn.

Bonn. GA-Redakteurin Lisa Inhoffen kann die Gemütslage der Anwohner der Römerstraße nachvollziehen. Sie findet gut, dass Tiefbauamtsleiter Peter Esch Klartext redet.

Frust und Unmut der Anlieger der Dauerbaustelle Römerstraße sind sehr gut nachzuvollziehen. Auch, dass die Menschen kaum noch Verständnis für die Gründe aufbringen, mit denen die Stadt ein ums andere Mal den Zeitpunkt der Fertigstellung weiter in die Zukunft verschiebt. Abgesehen von dem Hindernisparcours, den die Bewohner dort tagtäglich zu bewältigen haben und der vor allem für die älteren Bewohner eine große Herausforderung darstellt, hat diese Baustelle auch existenzielle Auswirkungen auf einige Unternehmen. Ein Geschäft hat bereits geschlossen, die Metzgerei beklagt Umsatzeinbußen.

Und schon wieder müssen die Anlieger erfahren, dass sie Staub und Baulärm länger als geplant ertragen müssen. Der Termin Ende Juli ist nicht zu halten, die Stadt spricht von Ende August/ Anfang September, Bauarbeiter gar von Oktober. Wenigstens redet die Stadt die erneute Zeitverzögerung nicht schön. Tiefbauamtsleiter Peter Esch räumt sogar offen ein, dass es sich um die chaotischste Baustelle handele, an die er sich erinnern könne. Dabei schiebt er die Schuld nicht den Baufirmen in die Schuhe, was andere schon mal gerne tun. Im Gegenteil. Esch lobt die Firmen ausdrücklich und bescheinigt ihnen eine gute Arbeitsleistung. Das ehrt ihn, auch wenn es die betroffenen Menschen in dem Gebiet nicht wirklich trösten dürfte.

Fakt ist: Die Römerstraße ist wegen des Wusts an alten Leitungen, die in früheren Zeiten dort offensichtlich nicht fachmännisch verlegt wurden, und als archäologische Wundertüte eine hochkomplexe Baustelle. Erschwerend hinzu kommen Pläne, die laut Tiefbauamtschef Esch die Situation nicht korrekt wiedergeben. Umplanungen waren erforderlich, und jeder private Hausbauer weiß, welche fatalen Auswirkungen das auf Zeit- und Kostenpläne haben kann. Allen ist zu wüschen, dass der nun anvisierte Fertigstellungstermin Ende August eingehalten werden kann.