Zu Gast im Endenicher Pfarrheim

Frau Ministerin macht bei Frauenfrühstück Wahlkampf

Verteidigungsministerin 
Ursula von der Leyen macht Wahlkampf in Endenich. Beim Frauenfrühstück im Pfarrheim von St. Maria Magdalena spricht so vor knapp 60 Gästen.

Verteidigungsministerin 
Ursula von der Leyen macht Wahlkampf in Endenich. Beim Frauenfrühstück im Pfarrheim von St. Maria Magdalena spricht so vor knapp 60 Gästen.

BONN.

Als die Verteidigungsministerin am Freitag zum Frauenfrühstück kommt, ist schon alles gegessen. Auf den Tellern liegen nur noch ein paar Käse- und Schinkenbrötchen. Daneben stehen Kondensmilchpöttchen, die auf CDU-Wahlflyern und orangefarbenen Servietten herumliegen. Einen Kaffee für die Ministerin? Nein. Ursula von der Leyen legt sofort los. Geht im Pfarrheim von St. Maria Magdalena in Endenich ans ebenfalls orangefarbene Mikrofon.

„Schön, hier zu sein.“ Fast schon truppenbesuch-floskelhaft eröffnet die Ministerin ihre Gesprächsrunde, zu der die CDU-Bundestagsabgeordnete Claudia Lücking-Michel eingeladen hat. Im Publikum sitzen Alte und Junge, Mütter, Unternehmensberaterinnen und Ratsfrauen. Auf dem Parkettboden unter den abgegriffenen Tischen stehen Handtaschen, auf den Stuhllehnen hängen Blazer in allen Farben und Mustern.

Die Erwartungen sind groß, wenn die Bundesministerin vorbeikommt. „Ist toll, dass sie für einen politischen Diskurs vor der Haustür sorgt“, sagt eine 72-Jährige. „Eine einmalige Chance, sie in so kleiner Runde zu treffen“, sagt eine 28-Jährige. „Mir wirkt sie immer zu perfekt“, sagt eine Frau um die 50. Auch wenn die Ansichten über die Ministerin auseinandergehen, hängen die knapp 60 Frauen an ihren Lippen.

Von der Leyen erzählt aus ihrem Leben als Mutter, Ärztin und Verteidigungsministerin. Sie spricht über Frauen in der Familie, Frauen im Beruf und Frauen in der Bundeswehr. „Wir müssen zusammenhalten und für die Gleichberechtigung nach vorne gehen, damit sich etwas in der Gesellschaft ändert.“ Ihre Zuhörerinnen nicken zustimmend. Zuvor hat Lücking-Michel die Bühne für eine Stunde genutzt, um Wahlkampf für sich zu machen. Auch die Ministerin bleibt eine Stunde, nimmt sich die Hälfte der Zeit für Fragen aus dem Publikum. Die Sicherheitsleute aus ihrem Tross bedienen sich derweil am Buffet. Apfelschorle und Bagel mögen sie am liebsten.

Es hätte sicherlich öffentlichkeitswirksamere Termine geben können. Wie am Vorabend in Hennef beispielsweise, wo Hunderte Gäste zuhörten. Doch der Zeitplan ist eng gestrickt, allein an diesem Tag gibt es noch vier Anschlusstermine. „Die Frau Ministerin bietet uns ein Zeitfenster an, danach richten wir uns“, erklärt Lücking-Michel. Dass sie das Endenicher Pfarrheim ausgewählt hat, hat zwei Gründe. Zum einen sei in der Wahlkampfkasse nicht genug Geld für einen großen Veranstaltungsraum, zum anderen gebe es gewisse Sicherheitsanforderungen, wozu beispielsweise ein geschlossener Raum gehöre. Im eher übersichtlichen Pfarrheim haben zuvor Sprengstoffhunde den Saal, den Schießstand im Keller und das gesamte Gelände abgesucht. Polizisten sichern das Gebäude an allen Eingängen. Zur Freude der Kindertagesstätte nebenan. Dort verfolgen Kinder und Erzieherinnen das Treiben vom Fenster aus.

Drinnen, im Pfarrsaal, geht es in die Fragerunde. Schlagfertigkeit wird der Ministerin attestiert, als sie zur Tradition in Bundeswehr und Wehrmacht antwortet. Es geht um das Lied „Schwarzbraun ist die Haselnuss“, aber auch um Steuererleichterungen für Alleinerziehende und die Frauenquote in Führungspositionen. Pünktlich um 12 zieht die Ministerin mit dem Glockenschlag ab. Während des Applauses ist aber noch Zeit für zwei Fotos. Nächstes Ziel: Düsseldorf.