Kleines Theater in Bad Godesberg

Frank Oppermann kämpft ums Kleine Theater

Noch bis Sommer finden im Kleinen Theater, das im Bad Godesberger Kurpark liegt, regelmäßig Vorstellungen statt.

Noch bis Sommer finden im Kleinen Theater, das im Bad Godesberger Kurpark liegt, regelmäßig Vorstellungen statt.

Bad Godesberg. Frank Oppermann will neuer Intendant des Kleinen Theaters in Bad Godesberg werden. Der potenzielle Pächter hat Spender gefunden, die ihm mit 65.000 Euro unter die Arme greifen. Mindestens 100.000 Euro muss er einsammeln.

Die Zahl der Unterstützer von Frank Oppermann als nächsten Intendanten des Kleinen Theaters wächst. Mittlerweile hat er Zusagen über 65 000 Euro, um der Stadt ein sicheres finanzielles Polster vorweisen zu können. Wie berichtet, will der gebürtige Brühler, der in Bonn lebt, das Haus im kommenden Sommer von Walter Ullrich (87) übernehmen.

Nach einer ersten Ablehnung seines Pachtangebots im Kulturausschuss wurde ihm nahegelegt, eine Bürgschaft vorzuweisen. Oppermann will nun bis zur Ratsdebatte am 11. Dezember zwischen 100 000 und 150 000 Euro zusammenbekommen. Nach vier Tagen hatte er bereits 40 000 Euro, am Mittwochabend boten bei einer Infoveranstaltung beim Verein Bürger.Bad.Godesberg im Trinkpavillon fünf der 16 Gäste an, auch je 5000 Euro beizusteuern. „Ich bin sehr dankbar und ein bisschen erstaunt, wie spontan sich die Unterstützer melden“, so der 52-Jährige. In seiner Bewerbung für das Kleine Theater geht es darum, im Monat 16 400 Euro für die Miete zu zahlen und zusätzliche 5000 Euro für die nötige Sanierung des Hauses im Kurpark zur Verfügung zu stellen, die Oppermann am liebsten selbst in die Hand nehmen würde.

Der Sanierungsstau liegt bei geschätzten 630 000 Euro. Wie die Grünen andeuteten, sei zusätzlich der Nachweis einer Sicherheit von bis zu 150 000 Euro sinnvoll – woraufhin Oppermann seinen Spendenaufruf startete. „Denn das Kleine Theater ist ein Projekt, das mir am Herzen liegt“, sagte der Absolvent der Folkwang Universität Essen.

Mitbewerber ist Klaus Weise

Eine Godesberger Unternehmerin wunderte sich allerdings, dass bei den Verhandlungen nun noch mehr gefordert wird und hinterfragte das Vertrauen zu einem Partner, „der die Rahmenbedingungen ändert“. Für sie stehe beim Konzept von Oppermann der Kulturbetrieb im Mittelpunkt, bei seinem Mitbewerber Klaus Weise die Immobilie. Der ehemalige Bonner Generalintendant und seine Partner wollen das Kleine Theater für 410 000 Euro kaufen, sanieren und mindestens 15 Jahre lang kulturell nutzen. Oppermann hat ausgerechnet, dass er mehr – nämlich über 30 Jahre 1,295 Millionen Euro – in den Betrieb stecke.

Der gelernte Bankkaufmann und Schauspieler erklärte, dass die Bürgschaft in etwa dieselbe Summe sei wie die wegfallenden Fördermittel von Stadt und Land. Oppermann wundert sich ein wenig, denn sollte er scheitern – was sich nicht voraussagen lasse – entstünde der Stadt kein Risiko. Er sei dann sofort aus dem Pachtvertrag raus, das Theater könne immer noch verkauft werden. Damit er langfristig über die Runden kommt, hat er Maßnahmen geplant: jährlich 300 Vorstellungen, ein um ein Auto reduzierter Fuhrpark, keine Neubesetzung wegfallender Stellen, Pausengastronomie in Eigenregie und digitalisierter Kartenverkauf. Sonntags könnten Matinees stattfinden, an spielfreien Tagen Konzerte.

Auch Birgit Heinichen vom Reisebüro Via Verde an der Paul-Kemp-Straße überlegt, Oppermann zu unterstützen. „Man muss etwas wagen, wenn man gute Sachen anstoßen will“, sagte sie. Dazu gehöre auch die Modernisierung des Spielbetriebs, an dem sich ebenfalls die Bürger.Bad.Godesberg beteiligen wollen.

Obwohl alle Parteien angesprochen wurden, habe es nur mit Grünen, der SPD und Linke persönliche Gespräche gegeben, einmal war Oppermann Gast bei der CDU Plittersdorf. Er hofft nun auf weitere Spender und will auch an den Förderverein des Theaters herantreten. Auf Facebook ist das Projekt unter „Das Kleine Theater Bad Godesberg erhalten“ zu finden.