Meilenstein fürs Viktoriakarree

Fraktionen einigen sich nach langer Hängepartie

Die Entwicklung des Viktoriakarrees mit Geschäften, Wohnungen und Bibliothek soll jetzt Fahrt aufnehmen.

BONN. Eine in dieser Ratsperiode eher seltene Allianz aus CDU, SPD und Grünen setzte am am Donnerstagabend im Ausschuss für Wirtschaft- und Arbeitsförderung einen Meilenstein auf dem Weg zur Bebauung des Viktoriakarrees.

So soll die Verwaltung die Unterlagen für eine europaweite Ausschreibung des Areals zwischen Franziskanerstraße und Rathausgasse vorbereiten, damit sie gleich nach der Sommerpause zur Beratung vorliegen. Im gemeinsamen Änderungsantrag legten die Fraktionen dazu unter anderem folgende Eckpunkte fest:

  • Die Ausschreibung erfolgt ohne Nutzungsvorgaben. Zugelassen werden sollen alle zentrentypische Nutzungen von Wohnen bis Einzelhandel.
     
  • Großflächiger Einzelhandel mit einer Nettoverkaufsfläche bis 15.000 Quadratmetern soll möglich sein. Dabei sollen vorrangig Sortimente berücksichtigt werden, die eine zusätzliche Nachfrage erzeugen und die City stärken.
     
  • 6500 Quadratmeter sollen für die Philologische Bibliothek der Uni reserviert werden.
     
  • Die Verkehrserschließung soll ohne weitere Belastung des innerstädtischen Straßennetzes erfolgen. Wünschenswert wäre eine Verknüpfung der Uni- und Marktgarage mit der noch zu bauenden Tiefgarage unter dem Karree. Die Rampen an der Stockenstraße und am Bischofsplatz entfielen dann.

Noch bis vor kurzem sah es eher danach aus, dass die Hängepartie des Viktoriakarrees mit dem bereits vor drei Jahren geschlossenen Hallenbad auf unbestimmte Zeit erhalten bleibt, weil die schwarz-grüne Ratskoaltion sich intern nicht einig war. "Wir haben schon lange diese Punkte gefordert", freute sich Ernesto Harder (SPD), der den Beschluss als Befreiungsschlag wertet.

CDU und Grüne mahnt er: "Jetzt muss aber nach der Sommerpause die Ausschreibung kommen." Guido Déus (CDU) zeigte sich ebenfalls erleichtert, dass dieses für die Innenstadt neben Sparkassen-Neubau mit 4 600 Einzelhandelsfläche und der Entwicklung des Areals rund um den Bahnhofsvorplatz ebenfalls äußerst wichtige Projekt endlich t auf die Schiene gesetzt worden sei. "Das dient nur dem Wohle der Stadt", ist er überzeugt.

IHK-Präsident Wolfgang Grießl, dessen Haus gemeinsam mit den Bonner City-Kaufleute noch vor wenigen Tagen sich äußerst kritisch zum Viktoriakarree geäußert hatte, lobte gestern den Beschluss über den Klee. "Er enthält alle wesentlichen Punkte, die uns wichtig waren". Auch Oliver Hoffmann vom Verein City-Marketing ist zufrieden: Unsere Sorge ist vor allem, dass die Innenstadt erreichbar bleibt", sagte der Kaufmann.