Tanzworkshop in Bonn

Frühlingsflirt auf schottische Art

Eine flotte Sohle legen die Tänzerinnen und Tänzer beim Internationalen schottischen Tanzabend in der Hockeyhalle hin.

Eine flotte Sohle legen die Tänzerinnen und Tänzer beim Internationalen schottischen Tanzabend in der Hockeyhalle hin.

BONN. Rund 300 Tänzer aus 25 Nationen kamen am Wochenende erstmals in Bonn in der Hockeyhalle des BTHV zusammen, um beim „Spring Fling/Spring Fringe“ ihrem gemeinsamen Hobby zu frönen.

Japanerinnen neben US-Amerikanern, Russen neben Ukrainern, Australierinnen neben Argentiniern: Der „Scottish Country Dance“ verbindet Nationen und Kulturen. „Man kann Freunde treffen und neue Freunde kennenlernen“, sagte die Dänin Jette Rossen, die den Tanz in Brüssel kennengelernt hatte. Sie schätze die Musik, die Atmosphäre und vor allem das Internationale: „Ich packe meine Tanzschuhe in den Koffer und tanze überall auf der Welt.“ Oftmals lernten junge Menschen diese Tänze an schottischen Universitäten kennen und importierten sie in ihr Heimatland. „Es gibt zum Beispiel eine Gruppe in Budapest, die auf diese Weise gegründet wurde“, weiß Rossen. Auch in Kuala Lumpur werde der schottische Tanz getanzt, erklärte Angelika Schmidkonz, eine der deutschen Veranstalterinnen. „Es gab auch mal eine Gruppe in der Mongolei.“

Die Veranstaltung, die sich in „Spring Fringe“ für Menschen ab 36 Jahren und „Spring Fling“, den Frühlingsflirt für die jüngeren Tänzer aufteilt, verteilte sich auf das ganze Wochenende. Tagsüber gab es Workshops in Hallen, die die Stadt Bonn zur Verfügung gestellt hatte, abends tanzten die Teilnehmer zur Livemusik in der Hockeyhalle.

Das Frühlingstreffen war vom schottischen Dachverband initiiert worden – der Royal Scottish Country Dance Society. Es findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Nach Lyon, London und Edinburgh war nun Bonn an der Reihe. Die Stadt liege relativ zentral und in der Nähe mehrerer Flughäfen, erklärten Uta Hasekamp und Joana Stausberg von der Bonner Gruppe Skua Dubh, die montags ab 19.30 Uhr in der Turnhalle der Karlschule an der Dorotheenstraße tanzt. Diese Gruppe hatte das Wochenende organisiert und das sehr gut gemacht, fanden Marylin Watson und Anne McArthur von der Society. Erstere ist 76 Jahre alt und tanzt seit 50 Jahren. „Der Scottish Country Dance hält einen jung und frisch und das Gehirn aktiv.“ Letzteres deshalb, weil man sich die Schrittfolgen merken müsse. Das sei ein Tanz für alle Altersgruppen – am Wochenende reichte die Altersspanne von sieben bis über 80 Jahre.

Für den Halbschotten Max Murphy geht es nicht nur ums Tanzen. „Mich interessieren die Personen“, sagte der 35-Jährige, der wie viele Männer seinen Kilt mitgebracht hatte. „Wenn man tanzt, trifft man viele interessante Leute.“ Er tanze seit seiner Kindheit. „In Schottland tanzt jeder.“ Einen Tanzpartner brauche man nicht, da man eine Figur ohnehin mit allen Beteiligten tanze. Rossen war deshalb alleine gekommen. „Mein Mann besucht in der Zwischenzeit Freunde in Bonn.“